Bei der vielbeachteten Übernahme der Semper Constantia Privatbank durch die traditionsreiche Liechtensteinische Landesbank wird der österreichische Top-Banker Karl Sevelda vorerst doch keine Rolle spielen. Sevelda, der aktuell Aufsichtsratschef der Semper Constantia ist, hätte – so wurde es im Dezember angekündigt – in den Verwaltungsrat der Liechtensteinischen Landesbank einziehen sollen. Nun wurde aber die Nominierung zurückgezogen. Hintergrund seien anderweitige berufliche Bindungen Seveldas. Aufgrund dieser könne der LLB-Verwaltungsrat Sevelda zumindest 2018 nicht für einen Posten in dem Gremium nominieren, sagte ein Sprecher der LLB gegenüber FONDS professionell ONLINE.

Neuer Anlauf 2019 möglich
An welcher der aktuellen Ämter Seveldas es sich spießt, wird nicht bekannt gegeben. Sevelda wurde im Dezember, als die LLB die Semper-Constantia-Übernahme verkündete, als VR-Mitglied der LLB vorgeschlagen. Er hätte laut Plan in der Generalversammlung am 9. Mai bestätigt werden sollen. Der Sprecher betonte ausdrücklich, dass eine Nominierung Seveldas anlässlich der Generalversammlung 2019 erneut geprüft werde.

Seveldas Sitz könnte jedenfalls ohne Zwang so lange frei bleiben: Der Verwaltungsrat der traditionsreichen Bank muss laut Gesetz aus fünf bis sieben Mitgliedern bestehen. Derzeit ist das Gremium mit der maximalen Personenzahl besetzt. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben müssen heuer drei Mitglieder ausscheiden. Der Verwaltungsrat müsste also nur ein neues Mitglied aufnehmen, um den Erfordernissen zu genügen. Es stehe noch nicht fest, wie viele der drei leer werdenden Sitze 2018 nachbesetzt würden, so der Sprecher.

Mit der angekündigten Übernahme der Semper Constantia durch die LLB bestehe kein Zusammenhang. Bei der Fusion laufe alles wie geplant.

Übernahme und Fusion zur LLB Österreich AG noch heuer
Die auf Expansionskurs befindliche LLB hat vergangenen Dezember angekündigt, die österreichische Privatbank Semper Constantia zu übernehmen. Die Semper Constantia vergrößert das verwaltete Vermögen der Liechtensteiner um rund 17 Milliarden Franken. Das  Gesamtvolumen der LLB-Gruppe steigt damit auf über 75 Milliarden Franken. Die LLB hat für die österreichische Privatbank rund 185 Millionen Euro bezahlt.

Bis Juli will die LLB  – vorbehaltlich behördlicher Einwände – die Semper Constantia übernehmen. In einem zweiten Schritt wird die Semper Constantia mit der LLB Österreich zur Liechtensteinischen Landesbank Österreich AG fusioniert. Die heutigen Hauptaktionäre der Semper Constantia bekommen gleichzeitig rund sechs Prozent des Kapitals und der Stimmrechte an der LLB.

Gabriel Brenna, Mitglied der Geschäftsführung in der LLB, wird Aufsichtsrats-Chef der fusionierten Bank und Bernhard Ramsauer, derzeit CEO und Miteigentümer der Semper Constantia wird zuerst CEO der neuen Einheit. Ramsauer soll dann 2019 in den Aufsichtsrat der LLB-Österreich wechseln. (eml)