Varengold: Managed-Futures tendieren uneinheitlich
Alternative Investments verzeichneten einen durchaus positiven Start in das Olympia-Jahr 2012. Yasin Sebastian Qureshi, Vorstand und Gründer der auf alternative Investments spezialisierten Varengold Wertpapierhandelsbank, weist in einem aktuellen Beitrag aber darauf hin, dass die Entwicklung von einer alternativen Handelsklasse, den Managed Futures, derzeit uneinheitlich ist. Weil Managed Futures mittels quantitativer Handelssysteme und dem Einsatz von Futures und Optionen aus der Entwicklung von Märkten Profite generieren, ist das auch ein Zeichen dafür, dass die Märkte selber derzeit keine einheitliche Richtung aufweisen. Aus Sicht von Qureshi bleibe es daher abzuwarten, welche Tendenzen die Märkte in den nächsten Wochen zeigen werden. Lesen Sie im Folgenden den vollständigen Marktkommentar:
"Der Barclay Hedge Fund Index konnte im Januar um 2,88 Prozent zulegen. Auch fast alle Subindices verzeichneten Anstiege, insbesondere die Emerging Markets und Equity Long Bias Manager konnten kräftig von den Erholungen auf den weltweiten Aktienmärkten profitieren und Renditen über vier Prozent erzielen. Der Barclay CTA Index hingegen, welcher die Anlageklasse der Managed Futures repräsentiert, weist nur einen leichten Zugewinn von 0,03 Prozent auf. Die guten Trendbewegungen auf den Aktienmärkten konnten zwar von Managed Futures-Managern überwiegend gewinnbringend ausgenutzt werden, jedoch waren andere Sektoren in den breit diversifizierten Portfolien trendschwächer. Allen voran verursachte der Metallsektor Verluste, gefolgt vom Währungsbereich und weiteren Rohstoffpositionen.
Differenziertes Bild bei Managed-Futures
Bei genauerer Betrachtung des Managed Futures-Universums im Monat Januar zeigt sich ein sehr differenziertes Bild der Managerrenditen. Ein Anzeichen dafür, dass sich die Portfolien der Manager deutlich unterscheiden und innerhalb der Anlageklasse, im Vergleich zu den Vormonaten, aktuell keine klaren und signifikanten Positionierungen erkennbar sind. Während in der zweiten Jahreshälfte beispielsweise viele Handelsmodelle Long-Positionen im Anleihen- und kurzfristigen Zinsbereich hatten, ist das Bild zu Beginn des neuen Jahres deutlicher verwässert. Auf dem Aktienmarkt sind die systematischen Handelsmodelle überwiegend auf steigende Kurse eingestellt. Dabei liegt das größte Exposure auf dem amerikanischen Markt, während auf dem asiatischen Kontinent noch überwiegend Short-Positionen präsent sind. Auf den Energiemärkten wird vornehmlich auf einen steigenden Ölpreis spekuliert, während die Portfolien der Manager bei anderen Energieprodukten eher neutral oder short positioniert sind. Auffällig ist auch, dass die meisten langfristigen Handelsmodelle noch im Goldmarkt auf steigende Preise setzen.
Währungen: Spekulationen auf Abwertung des Euros halten an
Ebenfalls interessant gestaltet sich der Währungsbereich. Eine Vielzahl der Manager spekuliert immer noch überwiegend auf die Abwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar. Diese Positionen haben durch den Trend-Reversal im Januar natürlich zu Verlusten geführt. Insbesondere die Global Macro-Manager, die fundamentale Daten auswerten und daraus Handelsentscheidungen ableiten, sind durch die jüngsten positiven makroökonomischen Tendenzen, wie die überraschend gesunkene Arbeitslosenquote in Amerika, bullisch gegenüber dem US-Dollar eingestellt. Zudem ist allgemein bei den rohstoffabhängigen Währungen, wie dem australischen und kanadischen Dollar, immer noch ein Long-Exposure zu verzeichnen.
Trendwende auf Anleihenmärkten?
Nichtsdestotrotz ist es auffällig, dass sich das klarere Bild aus den Vormonaten bezüglich Gesamtpositionierung der Managed Futures-Manager abschwächt und verändert. Dies ist ein Indiz dafür, dass einige Positionen schon gedreht wurden oder je nach Zeithorizont der Handelsmodelle bereits frühzeitig Positionen geschlossen oder neue Positionen etabliert wurden. Auf der Risikoebene ist anhand der Margin to Equity Verläufe festzustellen, dass im Januar weiterhin ein moderates Risikoniveau vorherrschte, welches sich im Verlauf des Februars leicht erhöhte. Es bleibt abzuwarten, welche klaren Tendenzen die Märkte in den nächsten Wochen einschlagen. Insbesondere der Anleihenmarkt ist zu beobachten, da sich hier nach der fulminanten Trendphase im Vorjahr das Momentum abschwächt und sich bei den wieder positiveren makroökonomischen Vorzeichen die Frage stellt, ob die Trendumkehr kurz bevorsteht." (jb)
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