03.02. | 2012

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USA reicht Klage gegen Bank Wegelin ein

Die amerikanische Justiz greift erstmals in der Auseinandersetzung mit der Schweiz zum schärfsten Mittel gegen eine Bank. So hat das US-Justizministerium Klage gegen die schweizerische Bank Wegelin wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung eingereicht. Laut Angaben verschiedener Medien habe die älteste Schweizer Privatbank, amerikanischen und anderen Kunden geholfen, mehr als 1,2 Milliarden Dollar (912 Millionen Euro) auf ihren Konten vor dem Fiskus zu verstecken. Die Bank solle deshalb in das Verfahren gegen drei Angestellte des Geldinstituts einbezogen werden. Dabei sei allerdings unklar, ob das Verfahren tatsächlich erfolgreich sein könne - denn Wegelin habe nie eine Filiale in den USA unterhalten.

Laut Neuer Zürcher Zeitung haben die Amerikaner nun das Geld auf dem UBS-Konto von Wegelin, der Korrespondenzbank Wegelins in den USA beschlagnahmt. Dabei handelt es sich um 16,2 Millionen US-Dollar. Eine solche Anordnung wurde getroffen, um zu verhindern, dass das Geld von den Angeklagten abgezogen werden kann, bevor es möglicherweise zu einem Prozess kommt. Wegelin droht laut Anklage eine Buße, die dem Zweifachen der Brutto-Einnahmen aus dem Geschäft mit den undeklarierten Vermögen entspricht.

Eine Anklage in den USA gegen eine Bank kann existenzgefährdende Folgen haben, weil sowohl das Vertrauen der Kunden und Mitarbeiter erschüttert wird, zum anderen andere Banken den Geschäftsverkehr mit ihr einstellen könnten, um nicht selbst ins Visier der Justiz zu geraten. Aus Angst vor einer Klage in den USA zogen die Wegelin-Partner bereits die Notbremse - und haben entschieden, die Bank aufzuspalten. Die genossenschaftliche Bankengruppe Raiffeisen übernimmt den Löwenanteil der Bank; dieser umfasst 21 Milliarden Dollar Kundenvermögen der Nicht-US-Kunden und 700 Mitarbeiter. Dieser Teil der Bank wird in "Notenstein Privatbank" umfirmiert und von Raiffeisen übernommen, berichtet das Handelsblatt. Die US-Kunden bleiben, dagegen bei der Wegelin-Bank und ihren verbleibenden Partnern, wie der Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz, laut dem Bericht bestätigte. Damit soll sich die Rest-Wegelin-Bank nun der Klage wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung stellen. (cs)

Quelle:FONDS professionell

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