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26.01. | 2012

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StarCapital: Warum Börsenprognosen nichts taugen

StarCapital Fondsmanager Peter E. Huber

StarCapital Fondsmanager Peter E. Huber

Für Peter E. Huber, Volkswirt und Fondsmanager bei StarCapital, ist hinreichend bekannt und dokumentiert, dass 70 bis 80 Prozent der Fondsmanager auf mittlere bis längere Sicht ihren Vergleichsindex (die Benchmark) nicht zu schlagen vermögen. Passive Anlageinstrumente wie Index-ETFs oder Indexzertifikate seien daher auf dem Vormarsch und werden immer beliebter, weil sie kostengünstig die Wertentwicklung eines Aktienmarktes abbilden.

Anleger kaufen und verkaufen in der Regel zum falschen Zeitpunkt
"Weniger bekannt ist allerdings, was für mickrige Erträge die meisten Privatanleger mit ihren Aktienanlagen erzielen. Sie schneiden nämlich noch viel schlechter ab als die viel gescholtenen Fondsprofis", so Huber. Dies belege unter anderem eine Studie der Fondsgesellschaft Vanguard, die viele Indexfonds aufgelegt hat. Anhand der Mittelzu- und abflüsse in diese Fonds konnte ermittelt werden, dass die Anleger in der Regel zum falschen Zeitpunkt kaufen und verkaufen und daher deutlich schlechter abschneiden. So konnten die Emerging Market-Fonds der Firma von 2004 bis 2008 eine jährliche Rendite von 15,6 Prozent erzielen, während die Investoren gerade einmal 3,8 Prozent für sich verbuchen konnten (siehe Grafik ).

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"Diese Ergebnisse werden durch andere Studien hinreichend belegt und können als valide eingestuft werden. Stellt sich die Frage nach dem Warum! Offensichtlich machen die Anleger bei ihren Aktientransaktionen einen entscheidenden Fehler. Sie unterschätzen die Effizienz der Märkte. In den Aktienkursen sind alle bekannten Informationen bereits enthalten", erläutert der StarCapital Fondsmanager.

Auch Erwartungen der Marktteilnehmer sind bereits eingepreist
Für Huber heißt das im Klartext: "Wer nicht über Insiderinformationen verfügt, kann mit den bekannten Fakten keine überdurchschnittliche Performance erzielen. Doch es kommt noch besser: Nicht nur alle bekannten Informationen sind bereits in den Aktienkursen eingepreist, sondern auch die Erwartungen der Marktteilnehmer bezüglich der künftigen Entwicklung. Wer also glaubt, mit seiner persönlichen Einschätzung den Aktienmarkt prognostizieren zu können, unterliegt einem verhängnisvollen Irrtum." Wer daran zweifelt, stelle laut Huber einfach folgende Überlegung an: Ein Unternehmen erzielt im laufenden Geschäftsjahr einen enormen Gewinnzuwachs. Es wird aber befürchtet, dass sich die Erträge im nächsten Jahr schlechter entwickeln werden. Wo befindet sich der Aktienkurs? "Richtig – bereits im Keller. Wer das nicht glaubt, braucht sich nur die aktuelle Kursentwicklung deutscher Aktiengesellschaften anzusehen. Damit haben wir auch die Erklärung, warum Börsenprognosen nichts taugen und möglichst nicht beachtet werden sollten", so der Experte.

"Bevor Sie sich jetzt wie viele andere frustriert von der Aktienanlage verabschieden, sollten wir den Gedanken aber noch etwas weiter spinnen. Wenn das Gros der Investoren einen solch gravierenden Fehler macht, muss es nämlich auch eine Möglichkeit geben, diesen gewinnbringend auszunutzen", meint Huber. (mb)

Wie wichtig antizyklisches Handeln für ein erfolgreiches Investieren an den Kapitalmärkten ist, finden Sie im Anschluss in der aktuellen Ausgabe von "Hubers Portfolio" als PDF-Dokument zum Download.

Anhang:

Hubers Portfolio Januar 2012

Quelle:FONDS professionell

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