Schroders: Immobilienaktien weltweit zu Discountpreisen

Jim Rehlaender
Die Fundamentaldaten der Märkte sind viel besser, als das die Kurse von Immobilienaktien erwarten lassen, sagt Jim Rehlaender, verantwortlich für den Immobilienaktienfonds Schroder ISF Global Property Securities, in einem aktuellen Ausblick auf die weltweiten Immobilienmärkte "Diese (Aktienkurse, Anm.) preisen beträchtliche makroökonomische Risiken ein", heißt es darin. Hauptauslöser sei die Staatsschuldenkrise in der Eurozone. "Eine Lösung würde den europäischen Immobiliensektor ohne Zweifel beflügeln", erklärt der Fondsmanager. Ein Scheitern dürfte dagegen gravierende Auswirkungen haben. So warnt Rehlaender davor, dass eine weitere Zuspitzung der Schuldenkrise und ein Vertrauensverlust der Banken untereinander "uns zurück in die Lage von 2008 versetzen" würden.
"Nachfrage weitaus größer als das Angebot"
Immobilienaktien notieren aktuell mit einem hohen Abschlag auf ihren inneren Wert. Laut Rehlaender übersehen viele Anleger, dass "das Anlageumfeld in Bezug auf die Qualität der Objekte, die realistischen Renditeannahmen und die gute Kapitalausstattung der Eigentümer so gut ist wie seit Jahren nicht mehr". Zudem sei die Nachfrage der Anleger aktuell weitaus größer als das Angebot an Immobilien, wie der Fondsmanager erklärt. "In vielen unserer wichtigsten Märkte wird das Angebot bald knapp werden: Banken und andere Finanzinstitute meiden den Sektor, sodass es für die Immobilienentwickler wesentlich schwieriger wird, den aktuellen und zukünftigen Bedarf zu decken." Die Experten von Schroders sind zuversichtlich, dass sich die makroökomischen Bedenken im Verlauf des Jahres abschwächen und es zu einer Neubewertung der Immobilienaktien kommt.
20 Prozent Rendite für europäische Immoaktien
Die konservativen Berechnungen von Schroders zeigen, dass der europäische Immobiliensektor derzeit bei einer Dividendenrendite von fünf Prozent mit einem Abschlag von durchschnittlich 25 Prozent auf den Nettovermögenswert gehandelt werde. Rehlaender prognostiziert eine Jahresrendite von bis zu 20 Prozent für europäische Immobilientitel, da die überverkauften Wertpapiere an Boden gewinnen dürften. Nicht ganz so hoch, aber dennoch beachtlich, dürfte das Aufwärtspotenzial nach Auffassung Rehlaenders am amerikanischen Markt sein. US-REITs (Real Estate Investment Trust) dienen derzeit als sicherer Hafen und bieten solide Einkommen, so der Fondsmanager. "Ausgehend von einer Dividendenrendite von vier Prozent und einem Kapitalwachstum von vier bis sechs Prozent erwarten wir im laufenden Jahr eine Rendite von acht bis zehn Prozent."
Asien: China und Hongkong voraussichtlich auf Erholungskurs
Niedrige Volumen und Leerverkäufe haben die Preisrückgänge 2011 weltweit verstärkt, wobei der Druck in Hongkong und China besonders groß war. Der durchschnittliche Fremdkapitalanteil asiatischer Immobiliengesellschaften ist um rund 20 Prozent niedriger als bei ihren Pendants in Europa und den USA, während die Aktienkurse der Immobilientitel laut Schroders im Schnitt mit einem Abschlag von 50 Prozent auf den Nettovermögenswert notieren. Rehlaender hiezu: "Die jüngsten Maßnahmen der chinesischen Behörden signalisieren eine Lockerung der restriktiven Politik in China und stützen unsere positive Einschätzung. Zwar erwarten wir keine Kurssprünge um 100 Prozent wie im Jahr 2008, die Wahrscheinlichkeit einer deutlichen Kurserholung ist jedoch groß." (dw)
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Quelle:FONDS professionell
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