Schroders: Alternde Gesellschaft kommt deutlich teurer als Finanzkrise
Die zunehmende Alterung der weltweiten Bevölkerung wird die Menschheit unterm Strich deutlich teurer zu stehen kommen, als die Kosten für die weltweite Finanzkrise. Zu dieser Einschätzung kommen die Experten von Schroders. Im Jahr 2050 werden bereits 22 Prozent der Menschen älter als 60 Jahre sein. Zudem wird die Bevölkerungszahl bis 2050 dann auf neun Milliarden zunehmen, wobei 98 Prozent dieses Zuwachses auf die Schwellenländer und dabei besonders auf China und Indien entfällt.
„Trotz enormer fiskalpolitischer Kosten der Finanzkrise, sind die Belastungen durch die alternde Bevölkerung auf das deutsche Bruttoinlandprodukt rund neun Mal höher“, sagt Charles Somers, Fondsmanager des Schroder ISF Global Demographic Opportunities. Damit stellt Deutschland im Vergleich zu anderen G-20 Staaten keine Ausnahme dar, denn auch hier liegt das Verhältnis bei dem rund 10-fachen.
Als Ausgaben, die die Staatskasse für die immer älter werdende Bevölkerung belasten, gelten Pensionsvorsorgeaufwendungen, Kosten für das Gesundheitssystem und die langfristige Altersvorsorge. „Anleger sollten sich bewusst machen, mit welchen signifikanten Veränderungen sie aufgrund der weltweiten Bevölkerungsentwicklung rechnen müssen“, mahnt Somers.
Zwar seien sich viele Anleger der anstehenden Veränderungen bewusst, allerdings würden sie diese Erkenntnisse bisher aber bei ihren Investitionsentscheidungen vernachlässigen. „Schnuller und Schnabeltasse werden immer wichtiger: Kinder lieben Schokolade, Kaugummi und Gummibärchen. Da jedoch in den entwickelten Ländern immer weniger Kinder geboren werden, muss die Branche umdenken: Entweder sie macht die Produkte fit für die ältere Generation oder sie sucht sich neue Kinder-Käufergruppen – zum Beispiel in den Schwellenländern“, sagt dazu Somers.
Sechs Schlüsselthemen
Nach Schätzungen der Weltbank werden die aufstrebenden Nationen bis zum Jahr 2030 prozentual die Mehrheit der globalen Mittelschicht stellen. Weil sich mit höherem Alter und steigendem Einkommen das Konsumverhalten ändert, hat Schroders sechs Schlüsselthemen identifiziert, mit denen sich demografische Trends bei der Geldanlage ausnutzen lassen: Neben dem Konsumwachstum und einer stärkeren Nachfrage nach Finanzdienstleistungen nimmt auch die Bedeutung des Gesundheitswesens zu. Auch sich verändernde Ernährungsgewohnheiten, die Urbanisierung und die zunehmende Notwendigkeit zur Altersvorsorge fallen immer stärker ins Gewicht.
Hauseigener Fonds
Schroders hat zum Thema demografischer Wandel über mehrere Jahre hinweg eine umfangreiche Datenbank aufgebaut, die das Herz des 2010 aufgelegten Schroder ISF2 Global Demographic Opportunities bildet. Der auf die Ausnutzung globaler Demografietrends ausgerichteter Aktienfonds setzt auf Unternehmen, die von demografischen Entwicklungen und dem Wandel der Wohlstandsverteilung besonders profitieren. Ziel des leitenden Fondsmanagers Charles Somers und seines Teams ist es, die Wertentwicklung des MSCI All Countries World Index innerhalb eines Einjahreszeitraums zu übertreffen.
Der Anlageprozess des Schroder ISF Global Demographic Opportunities beruht auf der Annahme, dass die langfristige Profitabilität von Unternehmen sich anhand demografischer Variablen und Konsumgewohnheiten relativ präzise abschätzen lässt. Gut geführte Unternehmen erkennen die bevorstehenden Veränderungen bei der Nachfrage und stellen sich darauf ein. Der Schroders-Fonds filtert deshalb aus einem Universum von 4000 Titeln zunächst durch ein quantitatives Screening und anschließend durch rigorose Fundamentalanalyse jene Unternehmen, deren positive Wachstumserwartungen noch nicht eingepreist sind. Auf diese Weise ergibt sich ein konzentriertes Portfolio aus 40 bis 60 Einzelpositionen. (ir)
Quelle:FONDS professionellAktuelle News
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