09.02. | 2012

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Baader Bank: "2012 wird besser als erwartet"

Rober Halver, Baader Bank

Rober Halver, Baader Bank

„Den Griechen ist im Eurokorsett nicht zu helfen“, davon geht Robert Halver aus, seines Zeichens Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. Trotz allem werde „das Kapitalmarktjahr 2012 besser sein als erwartet“, freilich unter der Voraussetzung, dass die Politik die richtigen Schritte setzt, so der überzeugte Fundamentalanalyst. Halver rät Griechenland zu einer Art „Sabbatical“ über zehn Jahre – also einen Austritt aus der Eurozone auf Zeit. Das würde sich positiv auf die Entwicklung der hellenischen Bruttoanlageinvestitionen auswirken und ähnlich wie im Fall Argentiniens langfristig die Industrie stärken. Unterdessen wird die EZB als „ultimativer Problemlöser“ die Märkte mit Liquidität fluten. In diesem Szenario sind Substanzaktien im Portfolio laut Halver „unerlässlich“, ähnlich wie im Vorjahr soll 2012 auch ein Rohstoffjahr werden.

"Inflation wird hoffähig"
„Entschuldung ja, Kaputtsparen nein“, konstatierte Halver im Rahmen einer Präsentationsveranstaltung der BNP Paribas am Mittwoch in Wien. Der richtige Weg aus der Staatsschuldenkrise führe demnach über Wachstum. „Die Länder müssen ihre Hausaufgaben machen, Reformen tun Not“, so Halver. Das Bankenproblem scheint die EZB dagegen in den Griff zu bekommen, so haben sich die Risikoaufschläge von zweijährigen Bankenanleihen zu deutschen Staatspapieren zuletzt deutlich reduziert. „Die Strategie der EZB scheint zu funktionieren, sie ersäuft jedes Problem in Liquidität“. Das wiederum drückt stark auf die Gemeinschaftswährung, allerdings ist sich der Börsenprofi auch hier sicher, „eine massive Euro-Schwäche will weltweit niemand.“ Zur fiskalen Konsolidierung wird auch die anhaltende Teuerung der Verbraucherpreise beitragen, so Halver. „Die EZB macht Inflation hoffähig, staatliche Entschuldung wird also über private Entreicherung führen.“

"Amerika weist Euroland den Weg"
Die Liquidität der Notenbanken und die abnehmende Risikoaversion der Anleger stützen aktuell den Aktienmarkt. Während die Kreditklemme in der Eurozone immer noch ein Hemmnis darstellt, signalisierten zuletzt zahlreiche Frühindikatoren eine Erholung der US-Konjunktur. Verstärkt werde die Entwicklung durch die Aufhellung der Lage am Arbeitsmarkt und auch der Häusermarkt habe laut Halver seine Talsohle bereits durchschritten. Die stützende Kraft in der Weltwirtschaft bleiben allerdings die Emerging Markets und hier vor allem China – trotz aller Sorgen um eine „harte Landung“ der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Die Regierung in Peking sorge nach und nach gegen die gestiegenen Risiken aus der westlichen Welt vor und baut eine von der Exportwirtschaft unabhängige Binnenkonjunktur auf. „Eine stabile Weltkonjunktur bedeute auch stabile deutsche Aktien“, erklärt Halver. Hierzulande sieht der Kapitalmarktexperte weder eine Unter- noch eine Überbewertung bei Aktien, so entspricht das Kurs-Buchwert-Verhältnis deutscher Aktien dem zwölf Monate voraus berechnetem Kurs-Gewinn-Verhältnis.

"Peripherie-Anleihen eine Sünde wert"
„Völlig unverständlich“, ist es für Halver, in Geldanlagen mit negativer Realverzinsung zu investieren. In Anbetracht steigender Inflationserwartungen bleiben für den Experten Substanzwerte „äußerst wichtig.“ Anleger können etwa bei europäischen Versorgeraktien eine Dividendenrendite von rund fünf Prozent – preisbereinigt – erzielen, bei Telekommunikationsaktien knapp acht Prozent. Eine Sünde wert sind laut Halver auch „Peripherie-Staatsanleihen“ und Goldminenaktien, die gegenüber dem Goldpreis noch „Nachholpotenzial“ haben. Ebenfalls sollten zyklische Werte und Rohstoffe in diesem Jahr im Portfolio keinesfalls fehlen. (dw)

Quelle:FONDS professionell

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