Moody's: Hedgefonds geraten verstärkt ins Visier von Regulierungsbestreben
Die anziehende Regulierung wird dazu führen, dass sich die Hedgefondsindustrie zusehends stärker mit Themen wie Compliance und Fondsmanagement auseinandersetzen muss, meinen die Experten von Moody’s Investors Services. Gestern veröffentlichten sie einen Report zu dem Thema, der mit "Increased Hedge Fund Oversight Seen in Focus on Insider Trading" tituliert ist und auf der Webseite moodys.com bezogen werden kann. Seit dem Skandal um den Milliardenbetrüger Bernard Madoff, der Ende 2008 publik wurde, haben sich regulatorische Untersuchungen und Anforderungen in der gesamten Finanzbranche verstärkt, wobei zunehmend Alternative Asset Manager ins Visier genommen werden, zu denen die Hedgefonds zählen, die ihrerseits noch mal speziell in den Fokus gerückt sind.
„Der Erlass des Dodd-Frank Acts im Juli 2010 hat einen Wendepunkt für die Regulierung von Hedgefonds markiert“, meint Courtenay Sturdivant, Analyst und Autor der Moody’s-Studie. Das neue US-Gesetz verlangt von Hedgefonds zum einen, dass sie sich bei der Securities Exchange Commission (SEC) registrieren und unterwirft sie zudem einer größeren regulatorischen Aufsicht. Einen großen zeitlichen Aufschub, um die neuen Auflagen zu implementieren, verbleibt vielen Vehikeln dabei nicht. So müssen sich Fonds, die über 150 Millionen Dollar an Assets under Management verwalten bis März bei der SEC registriert haben. Hintergrund ist, dass bei größeren Produkten insgesamt stärkere Bedenken mit Blick auf Infrastruktur und potenziellem Insider Trading-Missbrauch bestehen. Ein weiterer Punkt, warum ‚die Zügel‘ gerade bei Hedgefonds stärker angelegt werden, bzw. entsprechende Pläne in der Diskussion sind, ist der, dass sie enge Bindungen zu Brokerage Firmen unterhalten und viele Hedgefondsmanager zudem zu einem früheren Zeitpunkt bei Investmentbanken gearbeitet haben und insofern gewisse Verflechtungen, respektive stärkere Berührungspunkte naheliegen.
Verstärkte Kontrolle hat positive Seiten
Verstärkte Kontrolle muss aber nicht negativ sein, wie Studien-Autor Sturdivant anmerkt – sondern sei vielmehr positiv zu sehen: „Anziehende Regulierung sollte sich letztlich als Vorteil für die Hedgefondsindustrie erweisen. Während es zu Anfang zwar die operativen Kosten erhöhen wird, sollte es längerfristig dazu führen, dass die Berufsrisiken der Fonds gesenkt werden (Anmerkung: z.B. Missbrauch durch Insiderhandel) und die operative Infrastruktur, interne Compliance und Transparenz verbessert wird, wovon alle Investoren einen Vorteil haben“, so Sturdivant. (ir)
Quelle:FONDS professionellAktuelle News
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