Meridio: Rezept gegen "manisch depressive Börsen"
Der DAX steigt und steigt, die Weltbörsen ziehen mit und die Schulden-Krise ist schon fast wieder vergessen. Ist jetzt alles wieder gut? "Nicht alles, denn das dicke Ende kommt noch", ist Uwe Zimmer, Vorstandsvorsitzender der Vermögensverwaltung Meridio AG, Köln überzeugt. In einer Kolumne schreibt er dazu:
„Die Börsen zeigten viele Jahre lang einen sehr ausgeglichenen Gemütszustand. Gut 40 Jahre bis zum Jahr 2000 hielt die sanfte Stimmung, getrübt immer wieder einmal durch Ölpreis- oder andere Schocks, aber immer im Wesentlichen unaufgeregt. Das hat sich geändert. Die Börsen haben das Schwanken zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt für sich entdeckt – und fahren entsprechend Achterbahn.
Das zeigt sich gerade eindrücklich: Die Schulden-Krise ist weit davon entfernt, gelöst zu sein. Im Gegenteil: je mehr Zeit vergeht, bis sich substanzielle Dinge ändern, desto größer könnte der angerichtete Schaden sein, wenn es mit den Euro-Schulden-Staaten nicht mehr weiter geht. Staatspleiten, Bankpleiten, alle diese Schreckgespenster sind noch genauso aktuell wie vorher.
Gewöhnung stumpft ab
Die Gespenster aber haben Ihren Schrecken verloren, sie werden nicht mehr als so bedrohlich wahrgenommen. Die Krise dauert und damit ist es eigentlich auch schon keine Krise mehr sondern Normalzustand. Die Investoren haben sich an die Unsicherheiten gewöhnt und gehen zur Tagesordnung über.
Daran lässt sich gut verdienen. Wer mit einer substanziellen Aktienquote im Markt war, hat jetzt im Zweifel bereits das verdient, was er für das gesamte Jahr erwartet hat. Das dickere Ende aber kommt noch. Die Kurse steigen, weil billiges Geld von den Notenbanken die Märkte flutet wie bereits in den Boomjahren zuvor. Und wie in den Jahren zuvor wird auch hier wieder der Kater einsetzen. Dann schlägt das Stimmungspendel zurück auf die todtraurige Seite und die Geister der Krise werden wieder Furcht und Schrecken verbreiten. Dann sinken auch die Kurse.
Sinnvoll ist es, sich nicht von den Ausschlägen im Gemütszustand der Börsen anstecken zu lassen. Das heißt auch, nicht nur um des Prinzip willens antizyklisch zu handeln. Sinnvoll ist es, eine Strategie einzuschlagen und daran festzuhalten. Und dazu gehören neben Geldwerten wie Anleihen oder Cash auch Sachwerte wie Aktien, Rohstoffe oder Beteiligungen. Wer so aufgestellt ist, den lässt die Aufregung an der Börse kalt.“ (ir)
Quelle:FONDS professionellAktuelle News
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