Heimische Fondsbranche startet erschreckend schwach ins neue Jahr

Dietmar Rupar, VÖIG
Der Österreichische Investmentfondsmarkt hat keinen guten Start in das neue Jahr hingelegt, unter dem Strich flossen im Jänner 2,2 Milliarden Euro ab – das entspricht dem schlechtesten Fondsmonat seit Oktober 2008, wie aus einer Statistik der Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG) hervorgeht. Hauptverantwortlich für den massiven Einbruch waren die Abflüsse bei Rentenfonds, die Fondsklasse verzeichnete Rückgaben in Höhe von knapp 1,7 Milliarden Euro. Dabei verkauften neben Privatanleger (minus 503 Mio. Euro) zu einem auffällig hohen Anteil auch Institutionelle ihre Fondsanteile (minus 1,7 Mrd. Euro). VÖIG-Generalsekretär Dietmar Rupar sprach gegenüber FONDS professionell ONLINE von einem „stark verzerrten Bild“. „Die Mittelabflüsse bei Großanlegern begründen sich durch ein größeres Mandat innerhalb des Sektors, das in der Jänner-Statistik noch nicht als Zufluss erfasst werden konnte.“
Privatanleger verunsichert
Ein klares Bild vermitteln dagegen Publikumsfonds, die mit rund 62,7 Milliarden Euro 46 Prozent des branchenweiten Vermögens ausmachen: Hier setzt sich der bereits seit Monaten anhaltende Negativtrend auch im neuen Jahr nahtlos fort. Im Dezember flossen netto knapp 300 Millionen Euro aus diesen Fonds ab, Zuflüsse gab es zuletzt im Februar 2011. Grund sei die anhaltend starke Verunsicherung über die im April 2012 in Kraft tretende Kursgewinnbesteuerung sowie das Bankenregelwerk Basel III, erklärt Rupar. Dies führe dazu, dass Kleinanleger verstärkt „in Sparanlagen drehen“ und dabei oftmals auch eine negative Realverzinsung in Kauf nehmen. Die heimische Fondsbranche verwaltet per 31. Jänner 2012 ein Volumen von 135,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von 0,6 Milliarden Euro gegenüber dem Vormonat Dezember, per 31. Jänner 2011 betrug das Gesamtvolumen 144,9 Milliarden Euro. (dw)
Quelle:FONDS professionell
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