EU will Derivatehandel an die Kette legen

In der Europäischen Union sollen die Regeln für den außerbörslichen Handel von Derivaten verschärft werden. Das meldet der Nachrichtendienst dpa/AFX. Wie aus dem Parlament in Brüssel verlaute, stehen EU-Kommission, Ministerrat und Europaparlament kurz vor dem Abschluss ihrer Verhandlungen über einen Kompromiss zur Kontrolle des Handels mit derivativen Instrumenten, einem gigantischen Markt mit einem Volumen von über 450 Billionen Euro. Zu einer Einigung soll es in der kommenden Woche kommen, danach könnten die Regeln Ende 2012 in Kraft treten.
Das neue Gesetz schreibe künftig eine Meldepflicht für den Handel mit Derivaten vor. Transaktionen müssten dann an ein zentrales Register gemeldet werden, das darüber berichtet. Käufer und Verkäufer würden verpflichtet, ihren Handel über Verrechnungsstellen – sogenannte Gegenparteien oder Clearinghäuser – abzuwickeln. Sie würden Ausfälle auffangen, so dass keine Kettenreaktion einsetzen könnte, wenn ein Marktteilnehmer zahlungsunfähig wäre. Das Ziel laute, das Risiko der oft schwer durchschaubaren Produkte zu verringern und Spekulation einzudämmen.
Außerbörslich gehandelte Papiere gelten laut dpa/AFX als riskante Geschäftspraktiken und als Auslöser für die globale Finanzkrise 2008. „Derivate dürfen nicht mehr hinter dem Rücken der Aufsichtsbehörden auf dem Schwarzmarkt gehandelt werden“, zitiert der Nachrichtendienst Udo Bullmann, Vorsitzender der SPD-Europaabgeordneten,.
Pensionsfonds bleiben für drei Jahre verschont
Umstritten sei noch, wo die Clearinghäuser ihren Sitz haben und wie sie zugelassen werden sollen. Als Aufsichtsbehörde über die Verrechnungsstellen agiere die europäische Wertpapieraufsicht ESMA. Vor allem das Parlament hatte sich für die Stärkung der ESMA eingesetzt. Pensionsfonds werden von der Clearing-Pflicht für drei Jahre ausgenommen. (hh)
Quelle:FONDS professionellAktuelle News
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