03.02. | 2012

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Stefan Keitel: "Aktienmärkte noch mit Potenzial"

 Stefan Keitel, Credit Suisse

Stefan Keitel, Credit Suisse

Nach Meinung von Stefan Keitel, Global Chief Investment Officer für Private Banking und Asset Management Credit Suisse, sind die Kapitalmärkte erwartungsgemäß erfreulich ins neue Jahr gestartet – wobei besonders die Aktienmärkte der Emerging Markets und der im letzten Jahr so gebeutelte Deutsche Aktienindex ausgeprägte Stärke zeigen. Zwar würden viele der bekannten Risikofaktoren weiterhin bestehen, aber das Anlegersentiment habe sich sichtbar geändert. "Trotz der nach wie vor sehr angespannten Nachrichtenlage aus Griechenland und andauernder Diskussionen über die Größenordnung des Gesamtrettungsschirms scheint das Eurozonen-Thema die Anleger nicht mehr so stark zu beschäftigen. Wir sind der Meinung, dass selbst für den Fall eines ungeordneten Zusammenbruchs Griechenlands Regierungen und Zentralbanken ein Konzept zur Eindämmung möglicher Überschwappeffekte vorbereitet haben", erläutert Keitel.

EZB- und Fed-Maßnahmen als Katalysator für reale Vermögenswerte
Die Experten von Credit Suisse bewerten auch die eingeleiteten Maßnahmen der letzten Monate generell positiv. Insbesondere die massive Liquiditätsspritze der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie der Fingerzeig der Fed, die Zinsen bis 2014 ungewöhnlich tief zu lassen, sollten wie ein Katalysator auf reale Vermögenswerte wirken. "Konjunkturell haben sich unsere Annahmen, die wir bereits im Sommer des letzten Jahres getroffen hatten, nun bestätigt. Die USA haben sich deutlich stabilisiert, China marschiert in Richtung einer sanften Landung bei gleichzeitig niedrigerer Inflationsrate. Auch die Unternehmensgewinne zeigen sich recht stabil, wenngleich der Start der Berichtssaison des vierten Quartals schwächer ist als derjenige des Vorquartals", so Keitel.

Aktienmärkte voraussichtlich mit ähnlichem Muster wie 2010
Geopolitisch gilt es für den Investmentspezialisten, wachsam zu bleiben. Eine Verschärfung der Iran-Krise könnte empfindliche Auswirkungen auf den Ölpreis und die Gesamtlage haben. Generell sollten die Aktienmärkte im laufenden Jahr daher ein ähnliches Muster aufweisen wie im Jahr 2010: schwankungsintensiv, aber mit klarem Aufwärtstrend. "Korrekturen sind daher für uns – wie bereits seit Oktober in verschiedenen Bereichen wie Hochzinsanleihen, REITS und Rohstoffe umgesetzt – Kaufgelegenheiten", erklärt Keitel. "In Bezug auf die Regionen haben wir Schwellenländer – speziell Asien – aufgrund des stärkeren Wachstumsbildes sowie der nun abflauenden Inflation wieder auf Übergewicht gestuft. Dazu hinkten die Emerging Markets über eine längere Zeit in der Kursentwicklung eher hinterher, was sich unseres Erachtens nun ändern sollte."

US-Aktienmarkt auf Untergewichten gesetzt
Demgegenüber hat Credit Suisse den US-Aktienmarkt – dessen deutlich bessere fundamentale Daten nach Meinung von Keitel bereits eingepreist sein sollten – auf Untergewichten gesetzt. Allerdings könnte die konjunkturelle Stabilisierung auf Staatsanleihen durchdrücken, weshalb Credit Suisse gegenüber US-Treasuries noch vorsichtiger geworden sind. Dies gilt auch für alle anderen traditionellen Obligationensegmente. "Jedoch sehen wir weiteres Potenzial bei Unternehmens-, Hochzins- und Schwellenländeranleihen, weshalb wir an deren Gewichtung ausnahmslos festhalten. Dazu haben wir nach langer Zeit wieder ausgewählte Eurozonen-Peripherieanleihen in kleiner Gewichtung aufgenommen", meint Keitel.

Eher Seitwärtsbewegungen bei traditionellen Währungsblöcken
Bei Währungen erwartet der Experte in den traditionellen Währungsblöcken eher Seitwärtsbewegungen, da die Zins- und Wachstumsdifferenzen eher tief sind: "So gehen wir beim Euro/US-Dollar nach einer kurzzeitigen Euro-Erholung von einer nochmaligen temporären USD-Stärke aus. Beim Euro/Schweizer Franken rechnen wir zwar mit einer erfolgreichen SNB-Politik, erwarten jedoch im Vergleich zu früheren Jahren einen auch langfristig deutlich stärkeren Franken. Rohstoffe sollten im aktuellen Umfeld eines steigenden Risikoappetits und tiefster Zinsen gut unterstützt bleiben, wobei Öl eine gewisse Absicherungsfunktion gegenüber geopolitischen Problemen darstellt. Das gilt auch für Gold, wenngleich es anfälliger für Korrekturen geworden ist." (mb)

Die vollständigen "Mandates Monthly" von Stefan Keitel finden Sie im Anschluss als PDF-Dokument zum Download.

Anhang:

Mandates Monthly

Quelle:FONDS professionell

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