Die Wiener Privatbank hat am Freitag den rechtsgültigen Abschluss des Vertrages zum Erwerb "wesentlicher Geschäftstätigkeiten des Bankbetriebs" der Valartis Bank Austria bekanntgegeben. Im Einzelnen wurden der Bankbetrieb und die Beteiligung an der Kapitalanlagegesellschaften übernommen. Die Liegenschaft in der Rathausstraße im ersten Wiener Gemeindebezirk fällt ebenso in die Hände der Wiener Privatbank.

Eine entsprechende Grundsatzvereinbarung wurde, wie berichtet, bereits im November 2015 unterzeichnet. Mit dem Verkauf ihrer österreichischen Tochter und weiterer Teile des Familiensilbers will die in Zahlungsschwierigkeiten geratene Schweizer Valartis Group die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Sanierung schaffen.

"Perfekte strategische Ergänzung"
Die Wiener Privatbank will ihrerseits ihre Position am Private-Banking-Markt stärken, die Geschäftsbasis internationalisieren sowie das Dienstleistungs- und Produktportfolio erweitern, geht aus der Mitteilung vor Freitag hervor. "Das internationale Geschäft, die erfolgreiche Fondspalette sowie die über 125-jährige Private-Banking-Expertise der Valartis Bank (Austria) AG sind die perfekte strategische Ergänzung für die Wiener Privatbank. So stärken wir unsere Marktposition nachhaltig, können neue Kundengruppen von unserer Kapitalmarkt- und Immobilienkompetenz überzeugen und weiter wachsen", kommentiert Helmut Hardt, Vorstand der Wiener Privatbank, das Closing.

Die Wiener Privatbank beabsichtigt darüber hinaus, auch "einen Großteil der Mitarbeiter" zu übernehmen, wie Hardt gegenüber FONDS professionell ONLINE erklärte. Dass es im Zuge der Umstrukturierung zu Personalkürzungen kommen kann, wollte er aber nicht ausschließen. Auch über den genauen Kaufpreis wird geschwiegen. Für Bank und Liegenschaften wurde im November eine Summe von 13 Millionen Euro kolportiert.

5,1 Millionen Euro über Pflichtwandelanleihe
Die Bilanzsumme der Bank beläuft sich nach der Übernahme auf rund 450 Millionen Euro, die Assets under Management liegen bei mehr als 2,2 Milliarden Euro, und die Kundenbasis erhöht sich auf rund 12.000. Im Zusammenhang mit dem Abschluss der Transaktion platzierte die Wiener Privatbank zur weiteren Stärkung der Eigenmittelausstattung im März 2016 eine Pflichtwandelanleihe mit einem Volumen von 5,1 Millionen Euro. (dw)