Eine Studie aus Schweden kommt zu dem Ergebnis, dass Fondsmanager mit ihren privaten Portfolios in der Regel nicht erfolgreicher abschneiden als "normale" Privatanleger. Sie würden zumeist sogar geringere Renditen erwirtschaften und auch das Risiko nicht besser managen, wie die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf die beiden Wissenschaftler Andriy Bodnaruk und Andrei Simonov berichtet. Diese haben die privaten Depots von 84 Fondsmanagern in Schweden analysiert und mit den Depots anderer Privatanleger ohne spezielles Finanzwissen verglichen.

Dieses Ergebnis sei deshalb verwunderlich, weil die Fondsmanager wesentlich mehr Informationen haben. Offenbar nutzen sie dieses Wissen im Privaten aber nicht. Nur bei Werten, die sie auch aus beruflicher Erfahrung kennen, haben sie wohl Vorteile. Allerdings betreffe dies laut Wirtschaftswoche nur rund 22 Prozent der betrachteten Positionen in den Portfolios.

Neue Munition für Diskussion aktive Fonds versus passive Indexfonds
"Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Mehrwert von finanzieller Erfahrung begrenzt ist", werden die Forscher zitiert, die daraus die Schlussfolgerung ziehen, dass die Bedeutung von Finanzwissen nicht überschätzt werden dürfe. Damit befeuern die Autoren erneut die Diskussion, ob aktiv gemanagte Fonds besser seien als passive Indexfonds, die zudem wesentlich günstiger sind.

Allerdings gbt es auch Kritikpunkte an der Studie, wie die Zeitung schreibt. So sei nur eine relativ kleine Zahl an Fondsmanagern untersucht worden. Zudem könnten Beschränkungen wie Insiderhandel, denen Fondsmanager im Beruf unterliegen, nicht miteinbezogen werden. (jb)