Grassiert die Inflationsangst, flüchten Anleger für gewöhnlich in Sachwerte wie Gold. Dabei eigne sich das teure Edelmetall nur bedingt, um sich vor der schleichenden Geldentwertung zu schützen. Das fanden nun zwei Professoren der Duke University in North Carolina heraus. In ihrer Studie zeigten Campbell Harvey und Claude Erb, dass der Goldpreis weniger von Inflation abhängt als von der Nachfrage aus den Emerging Markets.

Goldpreis versus implizierter Preis

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Der Chart zeigt das Verhältnis Gold-Futures zum US-Verbraucherpreisindex seit 1975; Quelle: The Big Picture

Angenommen, der Goldpreis hätte sich seit 1975 im Gleichschritt mit dem Verbraucherpreisindex bewegt, dann läge der implizierte Wert heute bei gerade einmal 780 US-Dollar. Am Mittwoch wurde der Gold-Future an der New Yorker Comex für knapp 1.600 US-Dollar gehandelt – also mehr als doppelt so viel. „Wenn Gold tatsächlich gegen Inflation absichert, dann sollte die reale Rendite im Schnitt bei null liegen“, schreiben die Studienautoren. Stattdessen stieg der Goldpreis seit 2000 inflationsbereinigt um 13 Prozent per anno an.

Die gute Nachricht sei, dass Schwellenländer den Anstieg des Goldpreises nachhaltig halten können. Im Vergleich zu den Goldpositionen der USA und anderer Industriestaaten halten die Zentralbanken in den Emerging Markets noch relativ wenig von dem wertvollen Edelmetall. Gemessen an der Wirtschaftsleistung müssen Brasilien, Russland, Indien und China etwa ihre Goldpositionen um 153 Prozent steigern. (dw)