Der Kärntner Ausgleichszahlungs-Fonds, eine von Kärnten gegründete Zweckgesellschaft, wird ab Donnerstag den Rückkauf von rund 11 Milliarden Euro an Anleihen der Hypo-Alpe-Adria-Abwicklungsanstalt (Heta) anbieten, die das Bundesland garantiert hat. Das teilte der Fonds am frühen Mittwochmorgen mit. Der Ausgleichszahlungsfonds bietet für vorrangige Anleihen 75 Prozent der Summe aus Nominalwert plus aufgelaufener Zinsen und für nachrangige Papiere 30 Prozent. Summa summarum müssten die Heta-Gläubiger somit auf rund 3,2 Milliarden Euro ihrer Forderungen verzichten.

Von den 11,1 Milliarden Euro an Heta-Anleihen, für die Kärnten eine Bürgschaft abgegeben hat, sind 10,2 Milliarden Euro vorrangig und 890 Millionen Euro nachrangig, wie aus einer Investorenpräsentationhervorgeht.

Österreich hatte 2015 den Weg für das nun unterbreitete Rückkaufangebot bereitet, also knapp sechs Jahre nach der Verstaatlichung der Heta-Vorgängergesellschaft Hypo-Alpe-Adria-Bank. Nachdem 5,5 Milliarden Euro an Steuergeldern für die Stützung der Hypo Alpe aufgewendet worden waren, verweigerte Finanzminister Hans Jörg Schelling im März 2015 weitere staatliche Hilfsgelder. Damit drohte Kärnten die Vollhaftung für die übernommenen Bürgschaften, die sich auf rund das Fünffache der jährlichen Einnahmen des Bundeslandes beliefen.

Gläubiger-Gruppe kündigt Veto an
Das Gesetz, auf dem das Rückkaufangebot basiert, erfordert die Zustimmung von Gläubigern, die zwei Drittel der umlaufenden Anleihen vertreten. Dann müssen die anderen Gläubiger die gleichen Verluste hinnehmen. Eine Gruppe von Gläubigern, zu denen die Commerzbank, die deutsche Sparte der Dexia-Gruppe und die Deutsche Pfandbriefbank gehören, haben bereits angekündigt, nur eine 100-proentigeVollauszahlung zu akzeptieren. Die Gläubigergruppe hält nach eigenen Angaben genügend Anleihen, um eine Sperrminorität zu bilden.

Die zwei größten Anleihen der Heta sind eine mit 4,375 Prozent verzinste Anleihe mit Fälligkeit 2017 im Volumen von zwei Milliarden Euro sowie ein mit 4,25 Prozent verzinstes Papier mit Laufzeit bis 2016 für 1,25 Milliarden Euro. Beide Anleihen notieren bei rund 68 Euro-Cents je Euro Nominalwert. (mb/Bloomberg)