Geschlossene Fonds: VKI zeigt sich kompromissbereit
Das Abstimmungsergebnis liegt zwar noch nicht vor, es sieht aber danach aus, dass die Anleger von "Holland 54" der Beschlussvorlage des Manager MPC nicht folgen. Deshalb droht dem Fonds wie berichtet die Insolvenz, wenn die kreditfinanzierenden Banken den Stecker ziehen. Auffallend gemäßigt äußert sich der VKI in einer aktuellen Aussendung dazu: Er und regionale Raiffeisenbanken hätten den Gläubigerbanken bereits angeboten, sich für eine Gesamtlösung einzusetzen, die für Anleger annehmbar ist. "So könnten jahrelange Rechtsstreitigkeiten und eine Insolvenz des Fonds vermieden werden", meint der VKI-Jurist Peter Kolba. Der Ball liege aber bei den Gläubigerbanken des Fonds. "Wenn diese Banken wirtschaftlich entscheiden, dann sind auch für sie Verhandlungen und eine Einigung mit den Anlegern sinnvoller als ein jahreslanges Insolvenzverfahren. Wir sind daher zuversichtlich, dass eine Insolvenz des Fonds verhindert werden kann, meint Kolba.


Wohnimmobilien: Rentabilität neuer Projekte unter Druck
"Für Wohnbauträger ist es heute trotz deutlich gestiegener Preise nicht leichter als früher, profitable Projekte zu realisieren", meint Michael Ehlmeier, geschäftsführender Gesellschafter der Beratungsgesellschaft EHL. Seiner Ansicht nach stehen die Wohnungsanbieter vor einem Dilemma: die steigenden Grundstückspreise und Baukosten "erzwingen de facto" höhere Wohnungspreise. "Aber mit Wohnungen, die sich niemand leisten kann, macht man auch kein Geschäft", erklärt Ehlmeier. Durch den starken Nachfrageüberhang, der im ersten Quartal noch einmal zugenommen hat, steigen laut EHL die Wohnungsmieten und die Eigentumswohnungspreise weiter. Das starke Wachstum der Stadt führe dazu, dass die Schere zwischen Wohnungsangebot und Wohnungsnachfrage so groß ist wie schon seit Jahrzehnten nicht. Das größte Problem stellen die Mietwohnungen da. Dazu meint Sandra Bauernfeind, Leiterin der EHL-Wohnungsabteilung: "In Zeiten extrem niedriger Zinsen erscheint das zwar logisch, aber die Mehrheit der Menschen, die jetzt nach Wien zuziehen und dringend eine Wohnung suchen, haben oft kein Kapital, um eine Wohnung zu kaufen. Die Zielgruppe, die derzeit am dringendsten nach Wohnungen sucht, benötigt leistbare Mietwohnungen."


Wien bekommt zweiten "DC Tower"
Der Projektentwickler WED will den von Anfang geplanten, aber verschobenen Zwillingsturm des "DC Tower" auf jeden Fall bauen. Das berichtet der "ORF". Details dazu wollen in den nächsten zwei Wochen veröffentlicht werden. Der erste "DC Tower" ist das höchste Bürogebäude Österreichs und wurde 2013 fertiggestellt. Das Hochhaus wurde anfänglich nur zaghaft vom Markt angenommen. Der "ORF" berichtet davon, dass es in der jüngeren Vergangenheit zahlreiche Neuvermietungen gegeben habe und der Turm inzwischen zu zwei Dritteln ausgelastet sei. Eigentümer der Immobilie ist die Bank Austria, die bereits angekündigt hat, das Objekt auf jeden Fall zu verkaufen.


Private Equity: MIG Fonds gehen neue Beteiligung ein
Die Venture-Capital-Fonds 6, 8 und 15 der MIG AG haben sich an dem Start-Up Unternehmen Konux beteiligt und insgesamt 14,46 Prozent des Grundkapitals erworben. Das 2014 in München gegründete Start-Up entwickelt intelligente Sensorlösungen für Industrieunternehmen, die in Echtzeit Informationen über den Prozess und den Zustand einer Maschine, eines Systems oder einer Komponente liefern. Neben den MIG-Fonds haben sich noch zwei VC-Investoren aus Deutschland und aus den USA an Konux beteiligt.


Crowdfunding: Deutscher Bundesverband nimmt Arbeit auf
Die gewerblichen Crowdfunding-Plattformen in Deutschland haben den Bundesverband Crowdfunding e.V. (BVCF) mit Sitz in Berlin ins Leben gerufen. Dem Verein gehören 17 ordentliche und fünf assozierte Mitglieder an. Zu den Gründungsmitgliedern zählt auch die deutsche Tochtergesellschaft von Conda. Den Verbandsvorstand führen die Vorsitzenden Jamal El Mallouki (Crowddesk) und Uli W. Fricke (Fundernation). Derzeit gibt es in dem Verband sechs Arbeitskreise, davon beschäftigt sich einer mit Crowdfunding für Immobilien. Geleitet wird die Gruppe von Fritz von Stechow, der Geschäftsführer der Crowdinvesting-Plattform Zinsland ist.


Crowdinvesting: Gürtelproduzent sucht Kapital
Die Crowdinvesting-Plattform Dagobertinvest hat eine Finanzierungskampagne für die niederösterreichische Firma Flybelt gestartet. Das 2012 gegründete Unternehmen verkauft Gürtel und Gürtelschnallen, die man dutzendfach miteinander kombinieren kann. Die Produkte werden in Österreich und Italien hergestellt. Mit dem Crowdkapital will Flybelt den Eigenvertrieb in Österreich und Deutschland ausbauen. Gesucht sind bis zu 500.000 Euro, die sich das Unternehmen für 30 Monate bei einem Zins von 7,25 Prozent p.a. leihen will.


Crowdinvesting: Hotel sammelt fast halbe Million ein
Die Crowdinvesting-Plattform Finnest hat für "Harry's Home Hotels" 400.000 Euro Crowdkapital akquiriert. 70 Anleger haben dem Hotelbetreiber ein fünf Jahre laufendes Nachrangdarlehen gegeben, das jährlich mit fünf Prozent verzinst ist.


Geschlossene Fonds: Lloyd Fonds verdoppelt Gewinn
Die Lloyd Fonds AG meldet für das Geschäftsjahr 2015 eine positive Geschäftsentwicklung. Der Umsatz legte im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 11,4 Millionen Euro zu. Den Konzerngewinn konnte die börsennotierte Gesellschaft sogar auf 1,6 Millionen Euro verdoppeln. Lloyd Fonds verwaltete Ende 2015 nach eigenen Angaben 66 Fonds mit einem Eigenkapital von rund 1,5 Milliarden Euro.


Schiffe: E.R. Capital und Rickmers wollen fusionieren
Die großen deutschen Schifffahrtsgesellschaften E.R. Capital und die Rickmers Holding wollen das Schiffsmanagement zusammenlegen. "Beide Gesellschaften haben eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Der Prüfungsprozess wird einige Wochen in Anspruch nehmen", teilten die Unternehmen mit. Ziel sei, mit gebündelten Kräften den Ausbau des Bereederungsgeschäfts weiter voranzutreiben und die Leistungsfähigkeit der Angebote zu steigern. Die Fusionspläne der Eigentümer beider Reedereien, Bertram und Erck Rickmers, haben einen ernsten Hintergrund: Die Schifffahrt befindet sich seit Jahren in einer handfesten Krise, die kein Ende zu finden scheint. Nach der Fusion soll das gemeinsame Unternehmen rund 220 Schiffe betreiben. E.R. Capital ist die Muttergesellschaft des Fondsmanagers Nordcapital, der vor vielen Jahren vereinzelt Schiffsfonds in Österreich zur Beteiligung angeboten hat.