Beim Schweizer Fondsanbieter GAM geht man davon aus, dass die Märkte auf Kurs bleiben. Das heißt: moderates Wachstum, niedrige Inflation. "Wir erwarten, dass sich die globalen Märkte weiterhin gut entwickeln", sagt GAM-Chefökonom Larry Hatheway. Bedingung dafür ist ein Szenario, bei dem das Wachstum stark genug ist, um die Unternehmensgewinne zu stützen – aber nicht so stark, dass es die US-Notenbank Fed zu schnelleren Zinsanhebungen animieren oder den Dollar drastisch steigen lassen würde.

In diesem Umfeld dürften Anleger verstärkt zu zyklischen Aktien greifen, sagt Hatheway. "Rückgänge an den globalen Aktienmärkten dürften flach verlaufen, und die Konsolidierung sollte mit einer Rotation in zyklischere Aktien einhergehen". In den vergangenen Jahren waren Zykliker eher unbeliebt. Das könnte sich nun ändern. Allerdings müsste es auch Anzeichen dafür geben, dass sich die Gewinnentwicklung der Unternehmen verbessert. Das ist bislang nicht der Fall. "Deshalb nehmen wir nach wie vor eine vorsichtige Haltung gegenüber Substanzwerten ein", erklärt Hatheway.

Zähigkeit siegt
Die Industrieländer haben sich in den vergangenen Jahren widerstandsfähig gezeigt, sowohl gegenüber politischen und geopolitischen Spannungen als auch gegenüber Marktschocks. "Trotz der Sorgen über den Brexit war die Marktstimmung insgesamt von der Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft geprägt", sagt der GAM-Ökonom. In China ist die befürchtete harte Landung nicht eingetreten, und in Brasilien und Russland übertrafen die Gewinnaussichten zuletzt sogar die Erwartungen. "All dies trug dazu bei, das globale Wachstum aufrecht zu erhalten." (fp)