Der Online-Broker Degiro wurde 2008 in den Niederlanden gegründet und richtete sein Angebot ursprünglich an institutionelle Investoren. Im September 2013 machte das Unternehmen in den Niederlanden sein Angebot auch Privatanlegern zugänglich, eroberte laut eigenen Angaben in weniger als einem Jahr mehr als 25 Prozent Marktanteil und wurde so zum zweitgrößten Online Broker in den Niederlanden. Das Erfolgsgeheimnis: Die Gebühren bei Degiro liegen durchschnittlich 80 Prozent – bei bestimmten Orderarten sogar um bis zu 98 Prozent – unter jenen der Mitbewerber (siehe Tabelle im Anschluss). Seit April 2014 ist Degiro auch in Belgien und Frankreich tätig – nun startet der Online-Broker in Österreich.

"Unsere Preise sind nicht außergewöhnlich niedrig, die Preise unserer Konkurrenten sind außergewöhnlich hoch", sagt Debiro-Vorstand Jasper Anderluh. Kunden handeln über Degiro an der jeweiligen lokalen Börse. Die Orderausführung erfolgt zum besten Preis, wie sie auch für institutionelle Kunden selbstverständlich ist. Möglich mache dieses Angebot ein effizienter Betrieb, solide IT-Infrastruktur, Größenvorteile und bessere Automatisierung der Transaktionen. Aktuell hat Degiro lediglich 70 Mitarbeiter, die 2013 Transaktionen in Höhe von rund zehn Milliarden Euro auf weltweit rund 100 Handelsplätzen abgewickelt haben. Im laufenden Jahr wolle man diesen Wert auf 20 Milliarden Euro steigern.

"Wir haben ganz einfach den Gebührenunterschied beseitigt"
Degiro bietet Gebühren für Orderaufträge, wie sie bisher nur institutionellen Investoren zugänglich waren. "Wir haben ganz einfach den Gebührenunterschied zwischen institutionellen und privaten Investoren beseitigt", so Anderluh, der dazu zwei Beispiele anführt:

  • Für den Kauf von Strabag-Aktien über 1.000 Euro an der Wiener Börse werden im österreichischen Branchenschnitt rund zehn Euro an Gebühren verrechnet. Bei Degiro fallen nur 2,20 Euro an – eine Ersparnis von fast 80 Prozent.
  • Noch krasser fällt der Vergleich beim Kauf von Google-Aktien über 5.000 Euro an der New Yorker Börse aus: Hier liegt der Branchenschnitt der Gebühren bei rund 26 Euro, während bei Degiro nur 0,54 fällig werden – eine Ersparnis von 97 Prozent.
     

Identifikation mittels "Sofortüberweisung"
Zudem verfüge das Unternehmen über eine einfache Registrierung. Die Identifikation erfolge mittels "Sofortüberweisung" über das Bankkonto des Kunden, wodurch die bei Mitbewerbern notwendige Identifizierung in einer Bankfiliale oder per Post entfalle. Schon mit einer Einzahlung von einem Cent kann ein Konto eröffnet werden – es gebe keine Kontoführungs- oder Depotgebühren und auch keine Mindestbeträge für Orderaufträge.

Degiro will in weiteren europäischen Ländern an den Startgehen und Europas Online-Broker Nummer eins werden. "Wir wollen weiter wachsen. Unser Ziel ist, dass Anleger realisieren, dass sie bisher noch viel zu viel für Brokerleistungen bezahlen", sagt Anderluh. (mb)

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Quelle: Degiro