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26.01. | 2012

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Baring AM: Russische Banktitel überzeugen

Das Jahr 2011 war ein schwieriges Jahr. Auch für Emerging Markets-Aktienmärkte wie Russland, weil die Anleger sich über die Entwicklung des globalen Wachstums und das Fehlen einer glaubwürdigen Lösung für die Schuldenkrise in Europa besorgt zeigten. Matthias Siller, Fondsmanager des Baring Russia Fund, beleuchtet in einem Marktüberblick den aktuellen Zustand und die Zukunft des russischen Marktes.

Russischer Markt beendet 2011 im Minus
Siller beginnt den Ausblick mit einem Rückblick: der russische Markt beendete das Jahr 2011 mit einem Plus gegenüber anderen europäischen Schwellenländern, der MSCI Russia 10/40 Total Return Index verzeichnete jedoch zum Jahresende mit einer negativen Rendite von -23,7 Prozent (in US-Dollar) einen starken Rückgang. Hierbei gab es aber erhebliche Performanceunterschiede zwischen dem Energiesektor, der sich in diesem Umfeld als äußerst widerstandsfähig erwies, und dem übrigen Markt, schreibt Siller. So verzeichnete der russische Energiesektor im Laufe des Jahres lediglich einen Rückgang um sechs Prozent (in US-Dollar). Die zweitbeste Entwicklung zeigte der Sektor nichtzyklische Konsumgüter mit einem Minus von 25,6 Prozent. Andere Marktbereiche gaben um mehr als 30 Prozent nach; der Grundstoffsektor bildete mit einer in US-Dollar gemessenen Rendite von -37,7 Prozent das Schlusslicht.

Ölpreis stützt Konjunktur
Trotz des Rückgangs 2011 sieht Siller die Situation auf dem russischen Markt weiter positiv. Der starke Ölpreis dürfte der Konjunktur weiter Auftrieb verleihen. Zudem finde eine Anlagebeurteilung auf breiterer Basis Unterstützung in einer wachsenden Mittelschicht mit steigendem Wohlstand. Die Binnennachfrage nach Waren und Dienstleistungen steige, und angesichts der günstigen demographischen Entwicklung in Russland rechnet er langfristig mit einem Anstieg der Konsumausgaben. Zusammen mit der Tatsache, dass Russland weltweit zu den am attraktivsten bewerteten Märkten zählt, sollten sich daraus günstige Rahmenbedingungen für 2012 ergeben.

Russische Bankwerte bieten erstklassige Erträge
Der Russlandexperte ist nach wie vor der Ansicht, dass die Konsumentwicklung in Russland eine treibende Kraft darstellt, die den Anlegern auf lange Sicht hohe Renditen bescheren wird. Auch wenn sich dies nicht ohne Weiteres aus der Aktienkursentwicklung ablesen lässt, bieten seiner Meinung nach Banktitel in Russland immer noch ein erstklassiges Ertragswachstum und attraktive Aktienbewertungen. Trotz der soliden Bilanzen und der hohen Liquidität in diesem Marktsegment schenken die Anleger diesen Titeln derzeit keine Aufmerksamkeit, da sie ein Übergreifen der Krise in Westeuropa auf diesen Bereich befürchten. Dagegen denkt Siller, dass Anleger in Russland mit der allmählichen Rückkehr des Vertrauens an den Weltmärkten und der Annäherung der politischen Entscheidungsträger an eine Lösung für die europäische Schuldenkrise ihre Nervosität überwinden und die Fundamentaldaten der Unternehmen somit wieder zum bestimmenden Faktor für die Kursentwicklung werden.

Hingegen begrüßt er die jüngsten politischen Proteste in Moskau. Seiner Meniung nach ging damit eine Ära der politischen Stagnation zu Ende. Die Regierung stehe nun unter Druck, noch vor den Präsidentschaftswahlen Reformpläne vorzulegen. Darüber hinaus dürfte die politische Entwicklung ein höheres Maß an Transparenz mit sich bringen, was eine sehr gute Nachricht für Minderheitsaktionäre wäre. (jb)

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