Bis Ende Mai lief eine Onlinebefragung der EU-Kommission über die mögliche Einführung von Bargeldobergrenzen. Der Österreichische Sparkassenverband (ÖSPV) stellt sich vehement gegen diese Pläne und lässt seine Position über sein Büro in Brüssel bereits in den Konsultationsprozess der Kommission einfließen.

"Die österreichischen Sparkassen wollen ihren Kunden die volle Wahlmöglichkeit und persönliche Freiheit belassen, ob sie lieber mit Bargeld, Karte oder Onlinebanking zahlen möchten. Zuerst fällt das Bankgeheimnis für Herrn und Frau Österreicher gegenüber den Behörden, dann soll am Ende noch das Bargeld abgeschafft werden", sagt ÖSPV-Generalsekretär Franz Portisch. "Big Brother lässt grüßen und raubt den Menschen einen wesentlichen Teil der Privatsphäre, da jede elektronische Zahlungsform Datenspuren hinterlässt."
 
"Wehret den Anfängen"
Österreich müsste eine Bargeldobergrenze erst einführen. Ein Treiber dieser Idee, der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), brachte eine EU-weite Begrenzung von 5.000 Euro ins Spiel. Der Österreichische Sparkassenverband sieht jedoch keinen Grund, in die Selbstbestimmung der Bürger und in die mit der Nutzung von Bargeld einhergehende Freiheit einzugreifen. "Wehret den Anfängen. Mit Bargeldobergrenzen beginnt es, die in Folge gesenkt und gesenkt werden können", befürchtet Portisch. "Bei den Banknoten erleben wir es bereits. Die größeren Scheine werden immer mehr vom Markt genommen."

Viele EU-Länder haben eine Obergrenze für Barzahlungen längst festgesetzt. Andere wiederum haben zwar keine gesetzlich vorgeschriebene Höchstgrenze, in der Praxis werden Bargeldzahlungen zum Teil aber nur bis zu einer bestimmten Höhe akzeptiert, wie das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland zeigt – klicken Sie sich durch unsere Fotostrecke oben. (mb)