Der Brexit sorgt für Bewegung. Nicht nur tausende Bankmitarbeiter könnten demnächst die Umzugskisten packen. Auch diverse EU-Behörden bekommen vielleicht bald eine neue Adresse. Luxemburg hat nun seine Bewerbungsunterlagen für den Sitz der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) offiziell eingereicht, teilte die Regierung am Montag mit. Die EU-Behörde muss im Zuge des Brexit ihren Sitz in London voraussichtlich im März 2019 verlassen und sich ein neues Quartier suchen. 

Luxemburgs Offizielle werfen sich mächtig ins Zeug und schlagen der EU-Kommission ein konkretes Bürogebäude an der Route d'Arlon vor, das eine Nutzungsfläche von 4.200 Quadratmetern auf fünf Etagen und Platz für 200 bis 244 Mitarbeiter bietet, berichtet die Zeitung "Luxemburger Wort". Die EBA beschäftigt aktuell knapp 190 Mitarbeiter in London. Das Gebäude "Moonlight" an der Route d'Arlon soll Ende 2018 fertiggestellt sein und der EBA sogar mietfrei überlassen werden, betont die Regierung in der Pressemitteilung.

Premierminister Xavier Bettel hatte bereits Ende März Anspruch auf den Sitz der EBA angemeldet. Sein Brief an Ratspräsident Donald Tusk und Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erreichte Brüssel zwei Tage nach dem offiziellen Austrittsgesuch Großbritanniens. Doch auch andere Städte machen sich berechtigte Hoffnung auf den EBA-Sitz: Neben Luxemburg sind Brüssel, Frankfurt, Paris, München und Prag im Rennen. Die Staats- und Regierungschefs werden voraussichtlich anlässlich des Europäischen Rates am 19. Oktober über die Standortfrage diskutieren. Eine endgültige Entscheidung könnte im November fallen. (ps)