Der Oberste Gerichtshof Spaniens hat das Urteil des Nationalen Gerichtshofs gegen Rodrigo Rato, den früheren Vorsitzenden des Internationalen Währungsfonds (IWF), bestätigt. Der 69-Jährige, der von 1996 bis 2004 auch spanischer Wirtschaftsminister war, muss wegen Korruption im Zuge einer Kreditkartenaffäre für viereinhalb Jahre ins Gefängnis, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten.

Nach Überzeugung des Gerichts hatte Rato als damaliger Chef der Bank Caja Madrid, die später in den Bankia-Konzern überging, ein Korruptionsnetzwerk aufgebaut. Mehr als 60 hohe Mitarbeiter nutzten Firmenkreditkarten für private Ausgaben wie teure Kleidung, Schmuck oder Luxusreisen. Der Schaden mit den "tarjetas black" (schwarzen Kreditkarten) belief sich auf insgesamt 12,5 Millionen Euro, die am spanischen Fiskus vorbeigeschleust wurden. Besonders pikant dabei ist, dass die Bankia im Jahr 2012 mit 20 Milliarden Euro Steuergeld gerettet werden musste. (mb)