Dieses Urteil soll wohl abschreckende Wirkung haben: Die 71-jährige Ex-Bankerin Hua Thi Phan muss nicht nur mehr als 700 Millionen US-Dollar Strafe zahlen, sondern trotz ihres stolzen Alters wohl auch noch für 30 Jahre hinter Gitter, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf staatliche Medien. Ihr wird von den Behörden in Vietnam vorgeworfen, in massivem Umfang Gelder veruntreut zu haben. Demnach brachte sie die Vietnam Construction Bank insgesamt um 278 Millionen Dollar.

Die Beschuldigte habe ihre Position als hochrangige Beraterin des Verwaltungsrates missbraucht. Mit Hilfe von 27 Komplizen habe sie die unterschlagenen Gelder zum Kauf von Immobilien in der vietnamesischen Wirtschaftsmetropole Ho Chi Minh City (ehemals Saigon) genutzt. Später habe sie diese zu überhöhten Preisen an die Bank verkauft. Zusätzlich zu einer Rückzahlung müsse die Ex-Bankerin Schadenersatz, Zinsen und Bußgeld bezahlen. Somit belaufe sich die Gesamtsumme auf mehr als 700 Millionen Dollar.

Ratingagenturen bemängeln seit längerem, dass die Regulierung der Finanzbranche in Vietnam weit hinter internationalen Standards zurückbleibe. Das Land arbeitet derzeit an einem Umbau des Bankensystems, um Investoren ins Land zu locken. Diese sollen dabei helfen, das hohe Wirtschaftswachstum mitzufinanzieren. (mb)