Der ehemalige Goldman-Sachs-Banker Eric Mindich galt lange als Magier der Finanzbranche. Nun wurde er zum Opfer der Hedgefonds-Krise: Mindich muss seinen sieben Milliarden US-Dollar schweren Hedgefonds Eton Park dicht machen, berichtet das "Manager Magazin". Bis Ende April sollen 40 Prozent des Geldes an die Anleger zurückgezahlt werden. Für den Rest bat Mindich seine Geldgeber um Aufschub. Die komplette Abwicklung werde etwas länger dauern.

Im Jahr 1994 war Mindich mit damals erst 27 Jahren zum jüngsten Goldman-Sachs-Partner aller Zeiten aufgestiegen. Der Fonds Eton Park, mit dem er sich später selbständig machte, war lange ein Erfolg: Als Mindich die Firma im Jahr 2004 gründete, sammelte er auf Anhieb drei Milliarden Dollar bei Anleger ein – eine der größten Hedgefonds-Gründungen überhaupt. Der Fonds entwickelte sich zunächst gut, zu Spitzenzeiten verwaltete er mehr als 14 Milliarden Dollar.

Ruck an der Reißleine
Seit 2016 ging es Stück für Stück abwärts. Zuletzt lag der Fonds mehr als neun Prozent im Minus, das verwaltete Vermögen war auf sieben Milliarden Dollar geschrumpft. Viele andere Hedgefonds litten zuletzt ebenfalls unter schwacher Performance und Mittelabflüssen, mehrere Fonds wurden geschlossen. In einem Brief an die Investoren führt Mindich eine Kombination aus Branchenproblemen, schwierigem Marktumfeld und enttäuschenden Geschäftszahlen im vergangenen Jahr als Gründe für die Schließung an.

Damit zählt das noch junge Jahr 2017 bereits das zweite prominente Hedgefonds-Opfer. Den Anfang machte vor gerade mal zwei Wochen der von Bill Ackman gesteuerte Hedgefonds Pershing Square, der sich an einer Megawette auf das Pharma-Unternehmen Valeant verschluckt hatte. (fp)