Indexfonds können einen aktiven Fondsmanager nicht ersetzen, sagt Thomas Hünicke, Geschäftsführer der WBS Hünicke Vermögensverwaltung aus Düsseldorf. Er verweist auf eine Studie von Morningstar, die zeigt: 45 Prozent der aktiven Deutschland-Aktienfonds haben über einen Zeitraum von drei Jahren besser abgeschnitten als vergleichbare ETFs. Indexfonds seien zudem nicht so simpel, leistungsstark und transparent wie oft behauptet, warnt der Anlageprofi – sondern nur dann, wenn sie vollreplizierend sind.

Die Eins-zu-Eins-Nachbildung eines Marktbarometers schafft wiederum neue Probleme. Unternehmen mit besonders hoher Marktkapitalisierung haben in klassischen Indizes nämlich ein besonders großes Gewicht. "In der Folge wirkt sich die Korrektur eines solchen Wertes in der Regel heftig auf einen ETF aus", erklärt Hünicke. Ein aktiver Manager dagegen kann in Abschwungphasen vorbeugen.

Indexfonds gezielt einsetzen
Trotz solcher Fallstricke können ETFs eine sinnvolle Ergänzung zu aktiven Fonds darstellen, sagt der Vermögensprofi. "Weil kein aktiver Manager auf Dauer den Markt schlägt, sind ETFs die bessere Wahl für langfristig orientierte Anleger mit besonderem Kostenbewusstsein." Auch in Märkten, die von aktiven Managern nur spärlich abgedeckt werden, kommt ein ETF-Investment in Frage. "Indexfonds sind kein Allheilmittel, aber eignen sich durchaus als Portfolio-Beimischung in bestimmten Situationen", sagt Hünicke. (fp)