Immer mehr professionelle Investoren und Asset Manager wie der Fondsgigant Blackrock gehen zur US-Waffenindustrie auf Distanz: Sie verbannen Papiere von Handfeuerwaffen-Herstellern kategorisch aus ihren Portfolios. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn der Einfluss der Branche ist weit größer, als mancher Anleger denkt.

Die Nachhaltigkeitsexperten von "Sustainalytics" fanden im Rahmen einer Studie insgesamt 40 Unternehmen, die an der Börse  gehandelt werden und einen Teil ihrer Umsätze mit Waffen der Kategorie "assault weapons" erwirtschaften, berichtet das Online-Portal "nachhaltig investieren". Die Umsatzanteile lagen dabei zwischen circa fünf und 100 Prozent. Auf den militärischen Markt beschränken sich nur 30 Prozent dieser Firmen. Gut zwei Drittel der Firmen handeln der Studie zufolge teilweise oder ausschließlich mit Feuerwaffen für die private Nutzung.

Viele klassische Fonds investieren in Waffengeschäfte
Für nachhaltig orientierte Anleger besonders interessant sei, dass 24 Prozent der weltweit börsengehandelten Fonds (ETFs) und 16 Prozent der offenen Investmentfonds Anteile von mindestens einem dieser Unternehmen enthalten. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch heimische Anleger über ihre Fonds an Firmen beteiligt sind, die Waffen produzieren oder verkaufen, sei also nicht eben gering. Dabei umfasst diese Analyse ausschließlich US-Händler und Produzenten – die Waffenindustrie aus anderen Ländern fand keine Berücksichtigung. (mb/ps)