Behaupte noch einer, Masse mache träge. Das Klischee, dass milliardenschwere Fonds irgendwann an Tempo und Wendigkeit verlieren und deshalb dauerhaft ihre Führungsposition einbüßen, widerlegt die aktuelle Leistungsschau der Ratingagentur Scope. Denn unter den Portfolios, die eine bessere Note als beim letzten Check ergatterten und damit wieder in die Bewertungs-Beletage aufrücken, finden sich einige milliardenschwere Dickschiffe. Eines von ihnen konnte jetzt sogar an Erfolge aus vergangenen Tagen anknüpfen.


Welche zehn großen, in Deutschland sowie in Österreich zum Vertrieb zugelassenen, steuertransparenten Publikumsfonds im Vergleich zu ihren direkten Verfolgern eine Stufe in die höchste Ratingkategorie "A" vordringen konnten, verrät unsere Chartgalerie oben – in aufsteigender Reihenfolge nach Volumen.


Im aktuellen Update von Scope konnte sich das Prestige-Portfolio Uniglobal von Union Investment, dem die Kollegen von Morningstar vor Kurzem das qualitative Rating entzogen hatten, von C auf B verbessern – was nach Scope-Lesart wieder einer Top-Bewertung entspricht. Erst im März dieses Jahres hatte der Uniglobal seine Bestnote eingebüßt, nachdem er zuvor fast 19 Jahre lang ohne Unterbrechung ein B- oder A-Rating bei den Berlinern vorweisen konnte. "Hauptgrund für die nun erfolgte Rückkehr in den Top-Rating-Bereich ist vor allem die jüngst deutlich verbesserte Performance des Fonds", erläutert Said Yakhloufi, Head of Mutual Funds bei Scope, das erfreuliche Comeback.

Aktienfonds im Aufwind
Im Rating-Update der Branchenbeobachter konnten insgesamt 212 von rund 5.600 getesteten Fonds ihre Bewertung verbessern. Die meisten Upgrades waren diesmal in der Wettbewerbsgruppe "Aktien Welt" zu finden: 32 der 526 hier getesteten Sammeltöpfe erhielten eine bessere Note. Auch bei den flexibel anlegenden globalen Mischfonds gab es nennenswert viele Heraufstufungen (19 von 538).

Besonders böse erwischte es die Vergleichsgruppe "Mischfonds global konservativ": Für 19 der 208 und somit für 9,1 Prozent der überprüften Fonds aus diesem Wettbewerbsfeld fällt das Rating diesmal schlechter aus als im Vormonat.

Fondstanker mit Maschinenschaden

Quelle Scope

Auch Giganten haben Schlagseite
Einige Fondskolosse blieben von Herabstufungen ebenfalls nicht verschont: Größter Einzelfonds, den das Downgrade-Dilemma heimsuchte, war mit rund 22,6 Milliarden Euro in diesem Monat der Global Income von J.P.Morgan AM. Das Portfolio verliert sein Top-Rating und ist nun mit C bewertet. "Das heißt, der Fonds weist im Vergleich mit anderen Fonds seiner Peergroup 'Mischfonds Global ausgewogen' nur noch ein durchschnittliches Risiko-Rendite-Profil auf", erklärt Scope-Spezialist Yakhloufi. (ps)


Zur Ratingmethodik: Das Scope-Fondsrating bewertet die Qualität eines Fonds innerhalb seiner Vergleichsgruppe. Das Rating reflektiert unter anderem die langfristige Ertragskraft und die Stabilität der Fondsperformance sowie das Timing- und das Verlustrisiko. Das System umfasst fünf Ratingstufen – von A bis E. Als Top-Rating gelten A- und B-Ratings.