Die Fondsdaten- und Ratinggesellschaft Morningstar hat mit der Deutsche-Bank-Tochter DWS zwei börsengehandelte Indexfonds (ETFs) aufgelegt. Die Produkte kombinieren eine Aktienauswahl nach Dividendenstärke mit Qualitätskriterien und zwar einmal für US-, und einmal für Industriestaaten-Aktien. "Uns hat das Dividendenkonzept auf Basis des Economic-Moat-Ansatzes von Morningstar sehr überzeugt", sagt Simon Klein, Leiter des Vertriebs für passive Produkte bei der DWS. "Mit unseren neuen ETFs verfolgen wir Dividendenstrategien der zweiten Generation, die gegenüber herkömmlichen Indizes einige entscheidende Vorteile aufweisen."

Strategien, die nur auf hohe Ausschüttungen abzielen, gehen erhebliche Risiken ein. Denn sie laufen Gefahr, "dass sich unter den Unternehmen auch solche befinden, die mit ihren hohen Ausschüttungen ein schwaches Geschäftsmodell verdecken wollen", erläutert Klein. Daher würden klassische Dividendenindizes in einer Korrektur oft unterdurchschnittlich abschneiden. Die neuen Indizes würden dagegen auf die Dividendenqualität abzielen.

"Burggraben" wehrt feindliche Ritter ab
Morningstar filtert die soliden Titel aber nicht nach Bilanzkennzahlen, sondern nach ihrer Wettbewerbsposition heraus. "Je größer die Wettbewerbsvorteile eines Unternehmens sind, desto besser sind seine Gewinne geschützt", erläutert Werner Hedrich, Geschäftsführer von Morningstar Deutschland. "Wir nennen das den Economic Moat, also eine Art wirtschaftlichen Burggraben." Je breiter und tiefer der Graben war, desto besser sei die Burg vor Angreifern geschützt gewesen. "Nur geht es bei unserem Modell nicht um feindliche Ritter, sondern um Konkurrenten", sagt Hedrich.

Meistens handele es sich um Besonderheiten des Geschäftsmodells, die so nicht in der Bilanz berücksichtigt werden, die aber oft den Unterschied ausmachen. "Wenn ein Unternehmen zum Beispiel in seinem Markt eine starke Marke besitzt, ist es für Wettbewerber fast unmöglich, sie zu verdrängen", erläutert Hedrich. "Den gleichen Effekt haben Sie, wenn Sie ein wichtiges Patent oder bestimmte Lizenzen besitzen. Die Wettbewerber kommen einfach nicht an Sie ran." Die Morningstar-Analysten hätten fünf Kategorien von Wettbewerbsvorteilen ausgemacht. Neben den immateriellen Vermögensgütern seien dies Umstellungskosten, Netzwerkeffekte sowie Kostenvorteile und Skaleneffekte. Das Duo erhofft sich von den ETF-Neulingen eine höhere Rendite bei geringeren Schwankungen im Vergleich zu klassischen Dividendenbarometern. (ert)

NameISINPauschalgebühr p.a.
Xtrackers Morningstar Global Quality Dividend ETFIE00BYQLL1210,45%
Xtrackers Morningstar US Quality Dividend ETFIE00BD6GC517 0,35%