Die DWS sammelte in den ersten drei Monaten dieses Jahres deutschlandweit rund 2,1 Milliarden Euro mit Wertpapierpublikumsfonds ein. Nur Union Investment war noch erfolgreicher, zeigt ein Blick in die Statistik des deutschen Branchenverbands BVI. Aus einigen Flaggschifffonds der DWS dagegen floss im ersten Quartal reichlich Geld ab.

Allein aus dem aktuell 6,4 Milliarden Euro schweren Deutsche Concept Kaldemorgen zogen Anleger im ersten Quartal fast 844 Millionen Euro ab. Der DWS Top Dividende verbuchte Nettomittelabflüsse von 700 Millionen Euro, aus seinem Luxemburger Pendant Deutsche Invest I Top Dividend flossen weitere 579 Millionen Euro ab. Auch die insgesamt drei Fonds der Multi-Opportunities-Strategie mussten unter dem Strich rund 378 Millionen Euro an ihre Investoren auszahlen.

In Summe flossen aus den genannten Fonds also 2,5 Milliarden Euro ab. Nur dank hoher Zuflüsse vor allem in ETFs und Rentenfonds wie dem Deutsche Floating Rate Notes steht bei der Gesellschaft im ersten Quartal netto ein Plus.

Der Start ins Jahr misslang
Der von Altmeister Klaus Kaldemorgen gesteuerte Deutsche Concept Kaldemorgen enttäuschte nach vier guten Jahren in Folge 2017 mit einem Mini-Performanceplus. Auch der Start in Jahr 2018 misslang – bis Ende März stand der Fonds 3,7 Prozent im Minus – das war das schlechteste Quartal seit seiner Auflage im Mai 2011. Anleger, die ihre Anteile verkauft haben, verpassten allerdings die steile Erholung im April.

Auch für Thomas Schüssler, der den aktuell 17,8 Milliarden Euro schweren DWS Top Dividende verantwortet, verlief das vergangene Jahr überhaupt nicht gut. Nur acht Prozent der Fonds in der Morningstar-Kategorie "Aktien weltweit dividendenorientiert" schnitten 2017 noch schlechter ab. Der Fonds verlor jüngst seinen vierten Stern bei Morningstar – auch das macht den Vertrieb nicht gerade leichter.

Schüssler betont stets, mit seinem defensiven Investmentansatz in der Rally nicht jeden Prozentpunkt Kursgewinn mitnehmen zu wollen, dafür aber Verluste abzufedern. In der Vergangenheit ist diese Mission gelungen. Ob das auch in der aktuell wieder volatileren Börsenphase der Fall ist, muss Schüssler noch beweisen.

Verluste aufgeholt
Auch Henning Potstada hat mit seinem flexiblen Mischfonds Deutsche Multi Opportunities ein schlechtes Jahr 2017 und einen durchwachsenen Start ins aktuelle Jahr hinter sich. In den vergangenen Wochen konnte er die Verluste jedoch aufholen – seit Jahresbeginn liegt sein Fonds klar im Plus, anders als die meisten anderen Wettbewerber der Morningstar-Kategorie "Mischfonds EUR flexibel – Global". (bm)