Das Projekt eines an langfristigen Zielen ausgerichteten und dem Kundenwohl verpflichteten Investmentfonds ist gescheitert. Der ehemalige Chef des britischen Fondsverbands, Daniel Godfrey, konnte nicht genug Investoren für seinen "People's Trust" gewinnen. Statt der angepeilten 125 Millionen Pfund (140 Millionen Euro) kamen nicht einmal 50 Millionen Pfund zusammen. Dieser Betrag war als Mindestschwelle für den Start gesetzt.

Godfrey hatte die Investment Association seit 2012 geleitet, war aber drei Jahre später im Streit um seine Transparenz-Initiative von den Mitgliedsgesellschaften geschasst worden. Der Verbandschef wollte die Anbieter dazu drängen, die Kosten eines Fondsinvestments transparent und fair für die Anleger aufzuschlüsseln. Einigen britischen Asset Managern gingen diese Forderungen jedoch entschieden zu weit.

Startgeld aus der Crowd
Nach seinem Rauswurf kündigte Godfrey an, dass er ein neuartiges Portfolio auflegen wolle. Dieses sollte ganz im Sinne der Fondsanleger aufgebaut werden. Die Interessen der Gründer und Anteilseigner der anbietenden Gesellschaft sollten außen vor bleiben. So sollte eine Art "Gemeinschaftsfonds" entstehen. Das nötige Startgeld für den Aufbau der Infrastruktur sammelte Godfrey per Crowdfunding ein.

Der global ausgerichtete Aktienfonds war als Multi-Manager-Portfolio angelegt. Godfrey vergab Mandate an externe Manager wie Artemis, First State Investments, Comgest oder JO Hambro. Eines der Mandate sollte zudem nach ökologisch-sozialen Kriterien investieren.

Ohne Boni oder Benchmark
Statt der branchenüblichen drei Jahre waren die Verträge aber auf sieben Jahre angelegt. So sollte kurzfristiges Renditestreben vermieden werden. Der People's Trust zahlte zudem keine Boni an seine Angestellten oder die externen Manager. Auch ein Vergleichsindex war nicht festgelegt. Die Manager sollten über sieben Jahre eine Rendite von sieben Prozent per annum einfahren.

In einer Mitteilung, in welcher er sein Scheitern öffentlich macht, erklärte Godfrey, dass sein Konzept bei Retail-Anlegern auf Anklang gestoßen sei. Allerdings war das Interesse von institutionellen Investoren gering. Daher kam nicht genug Geld zusammen, um den Fonds an der Londoner Börse in den Handel aufnehmen zu können. Die Zeichner des Fonds erhalten ihr Kapital zurück. Die Crowdfunding-Geldgeber gehen hingegen leer aus. (ert)