Er nervt Schüler und Studierende, versetzt hauptberufliche Schreiber immer wieder ins Staunen und erhitzt regelmäßig die Gemüter von Sprachtraditionalisten: Seit Mitte vergangener Woche ist die 27. Ausgabe des Rechtschreibwörterbuches "Duden" auf dem Markt.

Im Gegensatz zu einst beliebten Standardwerken wie dem "Großen Brockhaus" gibt es ihn nach wie vor auch in gedruckter Version – wobei die aktuelle mit 1.264 Seiten übrigens die umfangreichste aller Zeiten ist, wie der Verlag feststellt. Insgesamt rund 145.000 Worte sind darin zu finden, darunter circa 5.000 neue. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 waren es erst 135 .000 Begriffe. Die Urfassung des Rechtschreib-Kompendiums von 1880 kam mit nur 27.000 Stichwörtern aus.

Um zu entscheiden, ob Worte "Duden-würdig" sind, durchstöbern Computerlinguisten ständig eine riesige elektronische Textsammlung, in die Zeitungsartikel, Gebrauchsanweisungen und Bücher eingespeist werden. Kommen Begriffe häufig genug und über einen gewissen Zeitraum vor und bilden demnach "gesellschaftliche Entwicklungen" ab, werden sie ins Wörterbuch aufgenommen. Sind sie nicht mehr gebräuchlich, fliegen sie wieder heraus – so in der neuen Ausgabe geschehen bei dem Wort "Jahr-2000-fähig".

Neben allgemein gängigen Begriffen wie Flüchtlingskrise, Kopfkino, postfaktisch, Lügenpresse, Willkommenskultur oder Brexit finden sich erneut Fachtermini, die vor allem dem Smartphone-affinen Teil der Bevölkerung geläufig sind (facebooken, Emoji, Selfie, Playlist, tindern, Phablet, liken) – und eine ansehnliche Ansammlung von Wörtern, die ihren Ursprung in der Wirtschafts- und Finanzwelt haben.

Eine Auswahl von Finanzbegriffen, die in der aktuellen Version oder in der Vorausgabe der Rechtschreib-Sammlung erstmals aufgeführt wurden, und was sie laut Duden-Definition bedeuten, zeigt unsere Bilderstrecke oben in alphabetischer Reihenfolge. (ps)