Die drittgrößte deutsche Fondsgesellschaft Union Investment verbannt nach Volkswagen nun auch Daimler-Aktien aus ihren Nachhaltigkeits-Fonds. Grund: Die Papiere seien "wegen in den letzten Wochen und Monaten erhöhter Rechtsrisiken derzeit ebenfalls nicht investierbar", sagt Ingo Speich, der bei Union Investment den Bereich Nachhaltigkeit und Engagement verantwortet. Davon sind laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung Fonds mit einem Volumen von 30 Milliarden Euro betroffen, rund zehn Prozent des insgesamt von der Union verwalteten Vermögens.

Für die deutschen Autobauer wird der Gegenwind institutioneller Investoren damit größer: Der österreichische Vermögensverwalter Erste Asset Management (Erste AM) hat BMW und Daimler wegen des Kartellverdachts bereits aus seinem Nachhaltigkeitsuniversum gestrichen, die ebenso involvierten Autobauer VW, Audi und Porsche hatte die Erste AM wegen des Dieselabgasskandals schon vor längerer Zeit von der Liste der investierbaren Aktien ausgeschlossen. 

Wachsende Risiken im Blick
Zudem wächst die Zahl der Investoren, die Nachhaltigkeits-Kennziffern in ihre Entscheidungen einbeziehen. Die Sparkassen-Fondstochter Deka etwa hält einen generellen Ausschluss von Autoaktien nicht für sinnvoll, hat aber schon seit einiger Zeit deutsche Autowerte aus ihrem Nachhaltigkeitsfonds verbannt, berichtet das Handelsblatt.

Allerdings wählen nicht alle Fondsmanager eine derart strikte Gangart, denn jenseits von Nachhaltigkeits-Kriterien sprechen für die Auto-Aktien derzeit die niedrigen Bewertungen: Christian von Engelbrechten beispielsweise gewichtet den Autosektor wegen der gestiegenen Risiken in seinem Fidelity Germany Fund zwar im Vergleich zum Dax geringer, VW gehört allerdings zu den Top-Positionen seines Fonds. Kein Wunder: Der Autobauer ist derzeit mit einem KGV von 5,4 die günstigste Aktie im Dax. (fp)