Der Fondsanbieter Blackrock legt den Vertriebsschwerpunkt im zweiten Halbjahr auf die Vermarktung der neuen Produktserie "Advantage". Dies sagte Christian Machts, Leiter des Privatkundengeschäftes in Deutschland, Österreich und Osteuropa bei Blackrock, im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE.

Der Asset Manager hatte jüngst eine neue Serie lanciert, bei der sich die Steuerung der Portfolios auf Technologien wie die Auswertung großer Datenmengen ("Big Data") oder künstliche Intelligenz stützt. Die Reihe war im Jahr 2017 in den USA an den Start gegangen. Die Palette umfasst sechs Fonds, darunter einen global ausgerichteten und fünf mit regionalen Schwerpunkten: USA, Schwellenländer, Gesamteuropa, Europa ohne Großbritannien sowie Asien ohne Japan.

Mehrrendite und dennoch nah am Index
Die neue Serie sei dafür konzipiert, einen Mehrwert gegenüber den jeweiligen Indexprodukten zu liefern. "Gleichzeitig ist sie darauf ausgerichtet, die wesentlichen Charaktereigenschaften des unterliegenden Marktes, etwa bezüglich Risikoparametern oder Länderallokation, zu wahren", erläutert Machts weiter. "Ziel ist es, etwa ein bis zwei Prozent Alpha pro Jahr mit einem Tracking Error kleiner zwei zu erzielen – und das zu einem äußerst kompetitiven Preis." Die Gesamtkosten der Reihe rangieren zwischen 0,3 und 0,6 Prozent p.a.

"Um diesen günstigen Preis bieten zu können, werden die Portfolios möglichst effizient verwaltet", berichtet der Blackrock-Vertriebsleiter. Dies gelinge mithilfe moderner Technik. "Aus einer Vielzahl an Daten generieren die Modelle Signale für die Entwicklung von Konjunktur, Märkten und primär Einzelaktien. In einem weiteren Schritt prüfen die Portfoliomanager dann diese Vorschläge und entscheiden, welche sie letztlich umsetzen."

Burger-Appetit geschätzt
So lasse sich etwa aus den Bewegungsprofilen von Smartphone-Nutzern ableiten, wie hoch die Besucherzahlen von Fastfood-Ketten ausfallen. Daraus können die Blackrock-Manager dann Rückschlüsse für die nächsten Quartalszahlen der Brater-Konzerne ziehen – und die Aktie entsprechen kaufen oder verkaufen. Der Datenschutz bleibe dabei aber streng gewahrt. "Wir ziehen ausschließlich anonymisierte Daten heran", betont Machts.

Index allein bringt nicht genug ein
"Die Advantage-Serie erschließt eine große Lücke zwischen traditionellen indexbasierten Investments und aktiv gemanagten Lösungen", erklärt Machts die Idee hinter der Reihe. "Meiner Ansicht nach ist sie damit, und im Hinblick auf die Technologien, die zum Einsatz kommen, in gewisser Weise eine Produktrevolution." Der Markt sei nun reif für solche Angebote. Die ersten Kundenreaktionen gäben dem recht. "Die Märkte sind gut gelaufen", sagt der Blackrock-Vertriebsleiter. "In der sich nun abzeichnenden Börsenlage wollen viele Investoren im Kern ihres Portfolios nicht mehr allein auf das Beta vertrauen, sondern sind fast gezwungen, eine Mehrrendite zu erzielen."

Die Serie vertreibt das Haus zunächst vorrangig an Dachfondsmanager, Vermögensverwalter und andere professionelle Anleger. "Auf längere Sicht ist der Retail-Markt die Hauptzielgruppe für diese Serie. Eine Variante mit Vertriebsprovisionen folgt kurzfristig", ergänzt der Blackrock-Manager. (ert)