Bitcoins sind nichts für schwache Anlegernerven. Von gut 11.000 US-Dollar Mitte der Woche verlor die digitale Münze am Donnerstag glatt 2.000 Dollar an Wert. Die Aufholjagd auf die 10.000 ließ nicht lang auf sich warten. Wem sein Bitcoin-Investment jetzt zu heiß wird, der sollte vor dem Ausstieg über den Zeitpunkt nachdenken.

Hält man Bitcoins im Privatvermögen, dann gilt: Gewinne bei einem Verkauf von Bitcoins sind nach einem Jahr steuerfrei. Verkauft man früher, findet per Gesetz ein Spekulationsgeschäft statt; auf den Wertgewinn wird dann Einkommensteuer fällig. Der Grund dafür ist, dass das Finanzministerium Bitcoin und Co. als (unkörperliche) Wirtschaftsgüter betrachtet und nicht als Finanzinstrumente. Wie bei Gold ist damit eben keine Kapitalertragsteuer (KESt) auf etwaige Wertgewinne fällig.

Gewinne aus Zertifikaten steuerpflichtig
Wie bei Gold verhält es sich allerdings auch bei einem indirekten Investment: Wenn man Bitcoins nicht direkt kauft, sondern in ein Zertifikat (Vontobel, Leonteq), einen Fonds (Tobam, für qualifizierte Anleger) oder in möglicherseise bald existente Bitcoin-ETFs investiert, dann wird unabhängig von der Behaltezeit auf die Erträge 27,5 Prozent KESt einkassiert. Das sollte man im Zusammenhang mit den zahlreichen Produkten bedenken, die derzeit auf den Markt kommen oder die in der Pipeline vieler Anbieter stecken.

Konkret sagte ein Sprecher des Österreichischen Finanzministeriums zu FONDS professionell ONLINE: "Je nach konkreter Ausgestaltung der in Bitcoins investierenden ETF und Zertifikate kommen entweder die Regelungen des Fondsbesteuerung (§186ff InvFG 2011) oder die Regelungen zur Besteuerung von Derivaten (§27 Abs. 4 EStG 1988) zur Anwendung, weil diese Regelungen unabhängig vom Underlying zur Anwendung gelangen. Aus diesem Grund führt die Veräußerung des Produkts (ETF bzw Zertifikat) jedenfalls zu steuerpflichtigen Einkünften aus Kapitalvermögen". (eml)