Die irische Notenbank hält daran fest, dass börsengehandelte Indexfonds (ETFs) täglich die Zusammensetzung ihres Portfolios veröffentlichen müssen. Damit bleibt zumindest vorerst eine Hürde für die Entwicklung aktiver ETFs bestehen. Der Zentralbank Irlands (Banc Ceannais na hÉireann) obliegt die Überwachung des Finanzsektors. Die Insel ist das größte europäische Domizil für Indexfolger und der zweitgrößte Fondsstandort nach Luxemburg.

In der Branche war die Hoffnung aufgekeimt, dass die irischen Marktwächter die Transparenzregeln für ETFs lockern. Dies hätte Anreize für Anbieter gesetzt, ausgefeiltere Strategien im Mantel eines börsengehandelten Fonds auf den Markt zu bringen. Aufseher in anderen Ländern, etwa Australien, öffnen diesen Weg.

Transparenz als Segen und Crux
Die Dubliner Zentralbank hatte im vergangenen Jahr eine Untersuchung über das ETF-Regelwerk begonnen um zu prüfen, ob und wo Anpassungsbedarf besteht. Dabei ging es um potenzielle Risiken für das Finanzsystem, die das rasante Wachstum passiver Produkte hervorrufen könnte. Aber auch eine mögliche Öffnung hin zu aktiven Fonds war einer der Aspekte der Revision.

Einer der Vorteile von ETFs ist die tägliche Transparenz über den Wertpapierbestand im Portfolio. Dies ist zugleich jedoch ihre Crux: Denn Finanzmarktakteure können somit Strategien kopieren oder über das sogenannte "Front Running" anstehende Transaktionen für sich ausnutzen. Daher zögern klassische Fondsanbieter, ausgefeiltere oder aktive Strategien über den ETF-Mantel im Vertrieb zu platzieren. (ert)