2018 schlägt die Regulierungskeule wieder mit voller Wucht zu. EU-Richtlinien wie Mifid II und möglicherweise auch IDD werden für weitreichende Veränderungen sorgen. ­Dabei sehen keineswegs alle Marktteilnehmer diesen Veränderungen nur negativ entgegen. Wie bei allen Veränderungen gibt es auch hier Profiteure. Bereits in der Vergangenheit hat die Flut an neuen Regeln schließlich auch eine Vielzahl neuer Jobs geschaffen, man denke nur an die Heerscharen von Compliance-Officern beziehungsweise jene Unternehmen, an die man diese Aufgaben auslagern kann. Auch die Weiterbildungsanbieter haben keinen Grund zur ­Klage. Für sie gibt es ab dem kommenden Jahr besonders viel zu tun, denn Weiterbildung wird für Berater immer mehr zur Existenzfrage.

Dem Vernehmen nach gehen die ersten Haftungsdächer dazu über, jenen Beratern zu kündigen, die ihren Fortbildungsverpflichtungen nicht beziehungsweise zu spät nachkommen. Dieser Trend dürfte sich mit Mifid II und IDD verstärken. Dabei trifft es Vermögensberater künftig ebenso wie Versicherungsmakler und Agenten, bei den Wertpapiervermittlern war die Weiterbildung ja bereits bisher Pflicht. Künftig müssen sich auch Vermögensberater und Makler im Ausmaß von 15 Stunden im Jahr weiterbilden. Haftungsdächer müssen in Zukunft auch überprüfen und dokumentieren, inwieweit ihre Vertriebspartner das von ihnen empfohlene Produkt tatsächlich verstehen.

Die Berater müssen dabei nicht nur über Produkt- und Marktkenntnisse verfügen, sondern auch in der Lage sein, Produkte individuell auf die Geeignetheit für die jeweiligen Kunden zu prüfen. Je komplexer ein Produkt ist, desto höher ist der Sorgfaltsmaßstab, den der Berater bei seinen Beratungsleistungen an den Tag zu legen hat. Und das muss unweigerlich dazu führen, dass noch höhere Anforderungen an die Weiterbildung der Berater gestellt werden. Unerfreulich daran ist, dass damit ein großer Zeitaufwand und natürlich entsprechend hohe Kosten verbunden sind.

Dafür darf man ­hoffen, dass dieser Bildungszwang zu einer weiteren Professionalisierung der Berater führt. Ein Pflichttermin bezüglich Weiterbildung wird übrigens auch wieder der FONDS professionell KONGRESS am 7. und 8. März 2018 in Wien sein. Dort werden wir im kommenden Jahr nicht nur Certified ­Financial Plannern und Wertpapiervermittlern, sondern auch Vermögensberatern und Versicherungsmaklern das Sammeln von Weiterbildungs-Credits ermöglichen und für jeden besuchten Vortrag Teilnahmebestätigungen zur Verfügung stellen.