Die Anbieter aktiv gemanagter Fonds werben damit, den Markt zu schlagen. Doch bekanntlich wird dieses Versprechen oft gebrochen: Den wenigsten Managern gelingt es, nach Kosten auf Dauer besser abzuschneiden als ihr Index. Also greifen immer mehr Anleger zum günstigen Indexfonds. Damit begraben sie zwar die Hoffnung auf Alpha, doch auch das Enttäuschungspotenzial ist geringer.

Dieser Trend sorgt seit Jahren für eine aufgeregte Diskussion rund um die Gebühren im aktiven Asset Management. Es wäre zu kurz gegriffen, nur auf die Leistung der Fondsmanager abzustellen – jedem halbwegs aufgeklärten Anleger muss klar sein, dass es keinem noch so guten Finanzprofi glücken kann, jedes Jahr Outperformance abzuliefern. Bemängelt wird vielmehr die Kombination aus schwachen Ergebnissen und hohen Kosten. Wenn ein Fonds den Markt schlägt, beschwert sich niemand über üppige Gebühren. Sobald ein Anleger allerdings eine schlechte Performance auch noch teuer bezahlen muss, ist er sauer.

Wichtige Großinvestoren über Druck aus
Um dieses Dilemma zu lösen, arbeiten einige Asset Manager an alternativen Modellen. So führte Fidelity International im vergangenen Herbst für einige Aktienfonds Anteilsklassen mit sogenannter "Fulcrum Fee" ein. Dabei erhält der Anbieter einen umso höheren Anteil am Mehrertrag, je deutlicher der Manager seinen Vergleichsindex hinter sich lässt. Entwickelt sich der Fonds jedoch schwächer als die Benchmark, sinkt auch die Managementgebühr spürbar. Hier liegt der Unterschied zu einer herkömmlichen Performance Fee, bei der die Basisgebühr unangetastet bleibt, selbst wenn der Fonds dem Markt hinterherhinkt.

Allianz Global Investors und Alliance Bernstein bieten im angelsächsischen Raum ähnliche Modelle an. Weitere werden folgen, schon weil wichtige Großinvestoren Druck ausüben. So gönnt Japans staatlicher Pensionsfonds GPIF den beauftragten Asset Managern seit April nur noch dann eine höhere Vergütung, wenn sie den Vergleichsindex schlagen. Andernfalls zahlen sie bloß Gebühren auf Indexfondsniveau.

Der Markt wird sich zweiteilen
Bis sich solche Modelle durchgesetzt haben, wird noch einige Zeit vergehen. Dennoch zeichnet sich schon heute ab, dass den Fondsanbietern hohe Ertragseinbußen drohen. Letztlich werden "Fulcrum Fee" und Co. eine Entwicklung forcieren, die Beobachter ohnehin seit Jahren erwarten: Der Markt wird sich zweiteilen – in passive Anbieter auf der einen und wirklich aktive Asset Manager auf der anderen Seite.