22.02. | 2012

Schrift normalSchrift größerArtikel druckenArtikel senden

Goldpreis: 2012 keine Preissprünge zu erwarten

Die Goldnachfrage entwickelt sich schleppend

Die Goldnachfrage entwickelt sich schleppend

Der Goldpreis konnte sich zu Beginn des Jahres wieder erholen und pendelt seit Anfang Februar zwischen 1.700 und 1.750 US-Dollar. Die Prognosen für den weiteren Jahresverlauf deuten allerdings auf keine weitere Preisrally hin: Das Goldangebot steigt und die Nachfrage entwickelt sich allgemein schleppend. "Wir rechnen deshalb mit einer Fortsetzung der Seitwärtsbewegung", äußert sich Thorsten Proettel von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in einem aktuellen Marktkommentar. Einzig die Notenbanken kauften 2011 so viel Gold wie zuletzt vor mehr als 45 Jahren, hohe Käufe durch den Sektor erwartet der Rohstoffanalyst auch 2012.

Goldnachfrage geht zurück
Global zeigt sich eine deutliche Schwerpunktverschiebung der Nachfrage nach Gold, in der westlichen Welt sind ETFs und Münzen beliebt, während in den Schwellenländern die Wahl tendenziell auf Barren fällt. In der Summe belief sich die Nachfragesteigerung 2011 auf knapp fünf Prozent und damit den niedrigsten Wert der letzten Jahre. 2012 könnte die Investmentnachfrage sogar etwas zurückgehen. "Hierfür spricht einerseits eine gewisse Sättigung in vielen Märkten wie auch das allgemein freundlichere Kapitalmarktumfeld", so Proettel. Stützend für den Goldpreis wirken sich die ausgesprochen hohen Käufe der Notenbanken aus. Mit Mexiko, Südkorea und Bolivien traten zuletzt drei weitere Schwellenländer als Käufer auf den Plan. Nach Angaben des Branchenverbandes World Gold Councils betrugen die Notenbankkäufe 2011 in der Summe knapp 440 Tonnen Gold. Dies wäre der höchste Wert seit 1964. "In diesem Jahr dürfte der Saldo ebenfalls positiv sein", gibt sich Proettel zuversichtlich. Zuletzt etwas niedrigere Erwerbungen der russischen Notenbank dürften jedoch darauf hindeuten, dass vermutlich kein neues Rekordjahr folgt.

Altgoldaufkommen steigt in Westeuropa
Das Goldangebot setzt sich im Wesentlichen aus den beiden Komponenten Minenförderung und Altgoldrecycling zusammen. Letztere wurde in der Vergangenheit vor allem durch den hohen Goldpreis beeinflusst. Das Altgoldaufkommen stieg von 960 Tonnen im Jahr 2007 auf mehr als 1.600 Tonnen in den Jahren 2009 bis 2011 an. Zuletzt wurde zwar in denjenigen Staaten weniger Gold eingeschmolzen, in denen das Edelmetall einen traditionell hohen Stellenwert hat wie beispielsweise in Indien und im Nahen Osten. Dafür macht sich der Aufbau der notwendigen Infrastruktur mit einem engmaschigem Händlernetz in Westeuropa allmählich bemerkbar. Da hierzulande die privaten Bestände an nicht mehr getragenen Schmuckstücken und ähnlichem noch längst nicht erschöpft sind, dürfte das Altgoldaufkommen nach Einschätzung Proettels auch 2012 hoch bleiben.

Minenförderung steuert 2012 auf Rekordjahr zu
Von 2001 bis 2008 sank die Goldförderung im Trend um 1,3 Prozent jährlich und bildete dadurch einen guten Nährboden für Preissteigerungen. Das Anziehen der Notierungen macht allerdings immer mehr Minenprojekte rentabel, die früher nicht wirtschaftlich gewesen wären. Noch stärker wirkt sich das Hochfahren der bestehenden Förderung aus. Entsprechend stieg die Goldgewinnung von etwa 2.400 Tonnen im Jahr 2008 auf 2.800 Tonnen im Jahr 2011 an. Der Zuwachs verlangsamte sich im vierten Quartal etwas. "Dennoch dürfte die Goldausbeute in verschiedenen afrikanischen Staaten weiter zulegen und die Minenförderung 2012 deshalb mit schätzungsweise mehr als 2.900 Tonnen auf ein neues Rekordjahr zusteuern", prophezeit Proettel. (dw)

Quelle:FONDS professionell

Kommentar verfassen

Sie müssen angemeldet sein, wenn Sie ein Kommentar schreiben wollen.

Kommentare Die neuesten Kommentare

Antworten

gold preissprünge...vieles ist möglich ri. 10.000 $

von inxs am 22.02.12, 13:54

vieles ist möglich,gerade im wasserdrachen jahr.
rekordpreise beim öl zeigen sich jetzt schon.

2.000 $ pro unze ist leicht zuerreichen .