firstfive: Vermögensverwalter zeigen klare Präferenz für Anleihen
Nach der kurzen Konsolidierung in der Vorwoche setzte sich die Aufwärtsbewegung an den internationalen Aktienmärkten in der Handelswoche 13. bis 17. Februar 2012 fort. Spitzenreiter mit einem Zugewinn von 437 Punkten beziehungsweise 4,6 Prozent waren dabei die japanischen Börsen, für welche die Vermögensverwalter, die von den Experten von firstfive auf regelmäßiger Basis befragt werden, trotz der schlechten Verfassung der Wirtschaft einen Nachholbedarf sahen. Aber auch der DAX lag mit einem Aufschlag von 2,3 Prozent wiederum am oberen Ende der Bewegungen.
Die Marktteilnehmer führen die Fortsetzung der Hausse auf die im Zuge der massiven Liquiditätsspritzen der Notenbanken stattgefundenen Renditeabschläge bei den Anleihen zurück, die diese im Vergleich zu Aktieninvestments zunehmend unattraktiv erscheinen lassen. Zehnjährige Anleihen gut gerateter Staaten werfen gerade noch um zwei Prozent pro anno ab, während die erwartete Dividendenrendite vieler erstklassiger Aktientitel bereits weit darüber liegt.
Viele Kunden kurzfristig risikofreudig
Kurzfristig sind die Kunden vieler Verwalter denn auch wieder bereit, etwas höhere Risiken bei ihren Kapitalanlagen in Kauf zu nehmen. Man weist allgemein allerdings darauf hin, dass die Skepsis gegenüber der langfristigen weiteren konjunkturellen Entwicklung in Europa und den fortbestehenden Problemen in den hochverschuldeten Staaten noch nicht gewichen sei.
Kurs-Konsolidierung erwartet
Nach Einschätzung der meisten Entscheider dürfte sich die positive Stimmung vor dem Hintergrund der erwarteten vorläufigen (!) Entschärfung der Griechenland-Krise zunächst fortsetzen und zu weiteren moderaten Kursaufschlägen führen. Danach rechnen viele aber mit einer deutlichen Konsolidierung der Kurse, die man aber eher als überfällige, gesunde Marktreaktion betrachtet.
Anleihen als Umsatzkönige
Auch wenn die Handelsaktivitäten wieder nachgelassen haben, bewegen sie sich mit 2,4 Prozent an dem in dieser Woche bewegten Depotvolumen weiterhin oberhalb des mittelfristigen Durchschnittsniveaus. Anleihenkäufe und -verkäufe standen dabei diesmal ganz im Vordergrund des Geschehens; sie machten allein mehr als Zweidrittel der Umsätze aus. Danach folgten Aktien mit einem Anteil von gut einem Viertel des Transaktionsvolumens. Die übrigen Anlageklassen wurden kaum gehandelt.
Die durchschnittlichen Gewichtungen in den gemeldeten Kundendepots blieben nahezu unverändert. Die Entscheider fühlen sich nicht gedrängt, signifikante Umschichtungen zwischen den drei Hauptanlageklassen vorzunehmen. Mit einem vergleichsweise guten Barbestand von knapp zwölf Prozent sind sie in der Lage, sich plötzlich ergebende neue Anlagechancen jederzeit wahrzunehmen zu können, verfügen andererseits aber auch über ein Sicherheitspolster, das deutlichere Verluste abfedert. (ir)
Die firstfive-Experten werten in regelmäßigen Abständen rund 300 Depots von Vermögensverwaltern aus, mit einem Gesamtvermögen von circa drei Milliarden Euro.
Quelle:FONDS professionellMarktanalyse
- 24.05. | 2012
- Edmond de Rothschild: Anlagechancen durch Entwicklungsunterschiede in Osteuropa
- Silicon Valley: Trend zu mehr Dividende hält an
- 23.05. | 2012
- El-Erian fordert schnelle Strategie für "Griechenland-Exit"
- LBBW: Aufwärtstrend bei Gold nachhaltig gebrochen
- Axa IM: "Austritt Griechenlands könnte 300 Milliarden Euro kosten"
- Studie: Wertpapiere bleiben für Österreicher unattraktiv
- Delcredere: Spaniens Kampf gegen Windmühlen
- Jones Lang LaSalle: Deutscher Immo-Markt lockt ausländische Investoren
- Henderson: Politische Entwicklungen verunsichern Investoren
- Schweizer Fondsmarkt entwickelt sich stabil
- Janus: Die spannendsten Branchen
- Man: Hedgefonds schlagen sich vergleichsweise gut
- HSBC: Weiteres Aufwärtspotenzial für asiatische Aktien
- firstfive: Vermögensverwalter ziehen sich aus Europa zurück
- 22.05. | 2012
- Fünf-Punkte-Plan: Ökonom Hüfner fordert neue Euro-Agenda
- Pioneer: Euro-Austritt Griechenlands unwahrscheinlich
- Bankenstudie: "Filialen? Nein danke, nicht nötig ..."
- Fitch senkt Länderrating von Japan
- Sarasin: Deutsches Geschäftsklima zeigt sich robust
- Studie: Infrastruktur-Investments weiter auf dem Vormarsch


Kommentar verfassen