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11.06. | 2015

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William Davies: "Dividendenerträge werden weiter steigen"

©: Columbia Threadneedle

"Es ist dieser perspektivische Vorteil, den wir gegenüber anderen Fondsanbietern haben", sagt William Davies, Head of Global Equities bei Columbia Threadneedle.

William Davies, Head of Global Equities bei Columbia Threadneedle, über die Rolle der neuen globalen Dachmarke – und die Frage, ob es sich nach einer der längsten Haussephasen unserer Zeit noch lohnt, in Aktien zu investieren.

Die globalen Märkte bewegen sich in den Augen von William Davies, der bei Columbia Threadneedle das Global-Equities-Team leitet, vor einem "kontrastierenden" Hintergrund. Die industrialisierte Welt befindet sich auf einem konjunkturellen Erholungspfad, während sich die Schwellenmärkte weiterhin mit Wachstumssorgen herumschlagen. Investoren fürchten Deflation. Die Realität sei aber, dass der Preisdruck aufgrund der extrem niedrigen Anleiherenditen und der außergewöhnlich niedrigen Ölpreise tendenziell zunimmt. Darüber hinaus werde – global betrachtet und ungeachtet der restriktiveren Fed-Politik – immer mehr Liquidität bereitgestellt.

Das Global-Equities-Team von Columbia Threadneedle verwaltet ein Vermögen von rund 9,5 Milliarden Euro. Mit rund 1,2 Milliarden Euro ist der Threadneedle Global Select Fund eines der Flaggschiffe der britisch-amerikanischen Fondsgesellschaft. Davies ist als Head of Global Equities hauptverantwortlich für den Fonds. FONDS professionell ONLINE hat ihn in Wien getroffen und mit ihm über aktuelle Marktentwicklungen, deren Folgen auf die internationalen Börsen und die Team-Philosophie gesprochen.

Herr Davies, eine gefühlte Mehrheit unter Fondsmanagern bevorzugt momentan europäische Aktien gegenüber US-Aktien. Bei Ihnen ist das Gegenteil der Fall. Warum?

William Davies: Das ist richtig, in Relation zu unserer Benchmark sind wir in den USA übergewichtet und in Europa untergewichtet. Die Bewertungen sind nach der Rallye in Europa enger zusammengerückt und unterscheiden sich kaum noch voneinander. Lässt man den stark unterbewerteten Finanzsektor unberücksichtigt, liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis in Europa bei durchschnittlich 16,4. US-Aktien werden zum 17-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt, und in vielen Sektoren wie Technologie, Healthcare und Konsumgüter ist das Potenzial sogar noch höher.

Kurz und bündig: Wie lässt sich Ihr Investmentansatz am besten beschreiben

Davies: Wir investieren in Unternehmen mit hohen oder steigenden Kapitalerträgen – abhängig von Preis und Portfoliorisiko.

Im Fachjargon würde man "growth at a reasonable price" dazu sagen. Ist es denn heute überhaupt noch möglich, wachstumsstarke Unternehmen zu angemessenen Preisen zu finden?

Davies: Historisch betrachtet scheinen Aktien relativ teuer. Ich behaupte aber, dass die Bewertungen im Hinblick auf die niedrigen Fremdkapitalkosten und die extrem niedrigen Renditen am Anleihenmarkt mehr als angemessen sind, ja sogar günstig. Das sollte man nicht außer Acht lassen, weil es natürlich einen Einfluss darauf hat, was Unternehmen mit ihren Bargeldbeständen machen.

Im März 2015 wurde die neue globale Dachmarke Columbia Threadneedle präsentiert. Wie wichtig ist die Kooperation mit der amerikanischen Schwestergesellschaft?

Davies: Sehr wichtig. Mit mir besteht das Team in London aus zwölf Fondsmanagern; wir treffen die Entscheidungen. Bei der Ideenfindung können wir nun aber noch stärker die globalen Konzernressourcen nützen. In Boston arbeiten 28 Analysten, um Daten und Informationen von primär US-amerikanischen Unternehmen zu sammeln. Dieses Research-Material wird – so wie das Research-Material anderer regionaler Teams auch – zentralisiert und steht uns somit uneingeschränkt zur Verfügung. Erscheint uns ein Unternehmen interessant, setzen wir uns zusammen und tauschen uns darüber aus. Das ist unser größter Nutzen.

Sie sind Leiter des globalen Aktien-Teams bei Columbia Threadneedle in London. Was unterscheidet Sie Ihrer Meinung nach von Ihren Mitbewerbern?

Davies: Jede einzelne unserer Investmententscheidungen ist bestimmt durch das Unternehmen, wir investieren nicht in ein Thema und auch nicht in eine Region. Unsere Annahmen beschränken sich aber nicht nur auf Bottom-up-Analysen, sondern auch auf die äußere Welt. Im Fall eines chinesischen Autoherstellers ist also nicht nur entscheidend, wie viele neue Modelle er produziert und wie seine Kostenstruktur aussieht. Entscheidend ist beispielsweise auch das generelle Marktpotenzial. 

Das Jahr 2008 hat gezeigt, wie schnell man das große Ganze aus den Augen verlieren kann.

Davies: Im Vorfeld der Subprime-Krise wäre es einer der größten Fehler gewesen, nur darauf zu schauen, was die Unternehmen machen. Die meisten Manager haben den Kollaps nicht kommen sehen. Hat man aber einen Immobilienspezialisten im Unternehmen, konnte man sich konsequenterweise defensiver positionieren. Es ist dieser perspektivische Vorteil, den wir gegenüber anderen Fondsanbietern haben.

Lange Rede, kurzer Sinn: Warum sollten Anleger in Aktien investieren?

Davies: Allen voran aus zwei Gründen: Die Bewertungen in Relation zu Anleihen sind zum einen immer noch attraktiv. Zum anderen werden die Erträge aus Dividenden weiter steigen. In Europa liegt durchschnittliche Rendite gegenwärtig bei mehr als 3,0, international bei 2,5 Prozent. In einem Umfeld gemäßigten Wachstums, niedriger Inflation und niedriger Zinsen gehen wir also davon aus, dass die Nachfrage nach Aktien hoch bleiben wird – speziell vonseiten der Unternehmen, die immer mehr Cash generieren und einen Teil davon sicherlich aufwenden werden, um die Eigenkapitalrentabilität zu steigern. Dies wird auch die Kurse weiter antreiben.

Vielen Dank für das Gespräch. (dw)

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