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07.12. | 2012

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Janus: US-Regionalbanken locken zum Einstieg

Sind Bankaktien nach mehr als vier Jahren Finanzkrise wirklich eine gute Geldanlage? Den Experten von Perkins Investment Management zufolge schon – vorausgesetzt man geht selektiv vor.

Der Kurs der Bank of America hat sich im laufenden Börsenjahr annähernd verdoppelt.

Der Kurs der Bank of America hat sich im laufenden Börsenjahr annähernd verdoppelt.

Viele Institute schreiben trotz Finanzkrise solide Gewinne – sagt Greg Kolb, Portfoliomanager und CFO bei Perkins, einem Unternehmen der Janus Capital Group. Chancen sieht er derzeit vor allem bei den kleineren US-Regionalbanken. Im Vergleich zu den großen Geschäfts- und Investmentbanken in den USA seien viele dieser Institute deutlich gesünder: sie verfügen über ein klar fokussiertes Geschäftsmodell, haben minimale Risiken innerhalb ihres Kreditportfolios und sind gut kapitalisiert.

Grundsätzlich raten die Anlageexperten von Perkins bei Finanztiteln jedoch zur Vorsicht. Viele Geldhäuser seien zwar nach dem Kurseinbruch gemessen an ihrem Kurs-Buchwert- und Kurs-Gewinn-Verhältnis günstig bewertet, erklärt etwa der Analyst Tom Reynolds. "Deswegen sind sie unter risikoadjustierten Gesichtspunkten aber nicht automatisch ein attraktives Investment. Es kommt sehr genau darauf an, sich das Geschäftsmodell anzuschauen, ebenso wie das makroökonomische Umfeld, in dem das Institut tätig ist." 
 
Selektion gefragt
Punkten können unter letzterem Gesichtspunkt die Banken in den USA. Denn auch wenn sich die US-Wirtschaft immer noch schwer tut, in Schwung zu kommen, zeigt der Konjunkturtrend nach Meinung der beiden Anlageexperten eindeutig aufwärts. Vor allem am Immobilienmarkt hellen sich ihren Beobachtungen zufolge die Perspektiven auf.
 
Die Aktienkurse vieler europäischer und US-amerikanischer Großbanken haben sich allerdings nach der rasanten Talfahrt in der ersten Jahreshälfte seit dem Sommer bereits deutlich erholt. Kursgewinne von 50 oder gar 60 Prozent seit Ende Juli sind keine Seltenheit. Der Kurs der Bank of America hat sich im laufenden Börsenjahr sogar annähernd verdoppelt. Daher rät Kolb Anlegern, die in Bankaktien investieren wollen, selektiv vorzugehen, wenn sie investieren.  
 
Dagegen seien in Europa die systemischen Risiken für den Finanzsektor kaum abzuschätzen, solange die Schuldenproblematik weiterhin ungelöst ist und tiefgreifende Reformen innerhalb der EU auf sich warten lassen. Davon betroffen sind nicht nur europäische Institute, sondern auch US-Banken mit starkem Europageschäft. "Im Moment glauben wir, dass die Investoren das Downside-Risk in Europa nicht ausreichend beachten", sagt Kolb. So sei in vielen europäischen Ländern der Finanzsektor im Verhältnis zur Höhe des jeweiligen Bruttoinlandsproduktes zu hoch. 
 
Europas Lasten zu hoch?
Nach Berechnungen der beiden Experten machen zum Beispiel die gesamten Assets der US-Bank J.P. Morgan gerade mal 15 Prozent des BIP der USA aus, die französische BNP Paribas kommt dagegen auf eine Quote von 70 Prozent des französischen BIP. "Für europäische Regierungen sei es daher viel schwerer, im Krisenfall die Banken des Landes zu retten, weil die finanziellen Lasten kaum zu stemmen sind." (dw)
 

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