"Verkauft Bonds, kauft keine Aktien": So lautet die Empfehlung von Dieter Wermuth, Head of Macroeconomic Research bei Wermuth Asset Management. Aktien sind seit Jahresbeginn an den wichtigsten Märkten um fünf bis zehn Prozent gestiegen und inzwischen sehr teuer. "Gemessen an den Kurs-Gewinnverhältnissen müssten die Unternehmensgewinne erneut stark steigen, um die aktuellen Bewertungen zu rechtfertigen", sagt Wermuth. Das sei in dieser Spätphase des Aufschwungs jedoch nicht realistisch. 

Ein weiterer Punkt, der gegen Aktien spricht: Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach dem Sommer allmählich einen Kurswechsel einleiten, also über höhere Leitzinsen zu diskutieren beginnen. "Steigende Leitzinsen sind Gift für die Aktienmärkte", sagt Wermuth.

Auch europäische Bonds dürften nach den jüngsten Zahlen für die Verbraucherpreise erst einmal auf der Stelle treten, erwartet der Stratege. Ein Ausverkauf an den Anleihemärkten werde über kurz oder lang kaum zu vermeiden sein. Bisher liegen die Renditen weit unter dem Niveau, das angesichts des erfreulichen Wirtschaftswachstums und der Inflationsaussichten zu erwarten ist.

Euro rauf, Dollar runter
Euro und US-Dollar haben ein symbiotisches Verhältnis. Real und handelsgewogen bewegen sich die Wechselkurse seit Jahrzehnten seitwärts – wenn sie stark vom Mittelwert abweichen, also stark aufgewertet oder abgewertet haben, stellt sich früher oder später eine Korrektur ein. Damit rechnet Wermuth erneut: Der Euro werde nach seiner jahrelangen Schwäche künftig wieder auf-, der US-Dollar abwerten. (fp)