Die Aktienmärkte stehen vor einer größeren Korrektur, warnt Dieter Wermuth, Head of Macroeconomic Research bei Wermuth Asset Management. Viele Aktienmärkte hätten den Bezug zur Realwirtschaft verloren, in den USA, Deutschland und Japan seien die Kurse seit März 2009 deutlich stärker gestiegen als die Gewinne. "Eine Ursache dafür ist die nach wie vor expansive Geldpolitik", so der Chefökonom des Family Office. Sie habe zum Ziel, die Inflationsraten nach oben zu treiben. Bislang sei das allerdings nicht gelungen.

Die großen Notenbanken reagieren auf die niedrigen Inflationsraten mit einer sehr expansiven Zins- und Geldmengenpolitik. Da die Kreditnachfrage aber nicht anspringt, die Realwirtschaft also nicht so reagiert wie beabsichtigt, wandert die Liquidität in die Assetmärkte. "Dadurch sind an einigen Stellen wieder Blasen entstanden", sagt Wermuth. Potenzielle weitere Kursgewinne seien nun begrenzt, weil das Kursniveau bereits hoch ist. 

Anleger dürften zum Ausgang drängen
Damit steige die Wahrscheinlichkeit von Gewinnmitnahmen und einer Situation, in der die Anleger zum Ausgang drängen. Das war zuletzt in den Jahren 2000 und 2007 bis 2009 der Fall. Damals kam es jeweils zu Korrekturen von fast 50 Prozent. "Diese Marktkräfte dürften, wenn sie sich schließlich Bahn brechen, weder durch die Notenbanken noch durch die gute Konjunktur gebremst werden", warnt der Vermögensverwalter. Anleger können sich wappnen, indem sie die Duration ihres Portfolios verkürzen und von Wachstums- auf Dividendenpapiere umsteigen. (fp)