Schwellenländer-Investoren müssen bis auf weiteres mit unruhigem Fahrwasser rechnen, sagt Luc D’hooge, Leiter des Bereichs Emerging Markets Debt bei Vontobel Asset Management. Probleme in einzelnen Schwellenländern und Regionen, etwa in den Golfstaaten, in Brasilien, der Türkei und China, könnten weitere Wellen schlagen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat kürzlich seine Erwartungen für die Wirtschaftsentwicklung in den Emerging Markets nach unten korrigiert.

In China hat sich das Wirtschaftswachstum abgeschwächt, was vor allem auf den Handelskrieg mit den USA zurückzuführen ist. Diese Abkühlung wirkt sich deutlich auf die Märkte aus, sagt D‘hooge. In Brasilien hat der Rechtspopulist Jair Bolsonaro die Wahl zum Präsidenten gewonnen. D’hooge sieht diesen Wahlausgang skeptisch: Bolsonaros wirtschaftspolitische Agenda ist seiner Ansicht nach unklar. Hält der neue Präsident an seinem aggressiven Ton aus dem Wahlkampf fest, könnte er zudem auf Widerstand stoßen.

Investoren zeigen sich zunehmend vorsichtig
In Peru wurde die Oppositionsführerin Keiko Fujimori zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Südafrika hat seinen Finanzminister ersetzt. In Mexiko hat der angehende Präsident einen milliardenschweren Flughafen-Neubau gestoppt und so das Vertrauen von Investoren erschüttert. Diese und ähnliche Schlagzeilen hatten zur Folge, dass sich die Spreads von Schwellenländeranleihen ausgeweitet haben und Fonds in den vergangenen Wochen Abflüsse in dreistelliger Millionenhöhe verzeichneten, sagt der Vontobel-Experte. (fp)