Überrendite aus dem Rechner: Mit diesem Leistungsversprechen warben Anbieter sogannter Quant-Fonds einst um Geldgeber. Doch nun wird die Kritik an den modellgestützten Portfolios immer lauter, meldet die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ). Und zwar aus guten Gründen: Im Juni konnten nur 17 Prozent der großen aktiven Quant-Fonds den US-Aktienindex Russell 1000 schlagen, in den ersten sechs Monaten 2018 betragen die Verluste im Schnitt mehr als vier Prozent. Noch vor zwei Jahren galten Quant-Hedgefonds, die auf computergestützten Investmentprozessen basieren, als neue Überflieger an der Wall Street. Das ist vorbei.

Quant-Fonds brächten nicht die Leistung, die sie versprächen, monieren Kritiker. Außerdem seien sie reichlich teuer, blieben dafür aber regelmäßig hinter ihrem Vergleichsindex zurück. Die Produkte legen ihren Anlageentscheidungen quantitative Datenreihen-Analysen auf Basis fundamental-mathematischer Modelle zugrunde, weshalb oft Physiker und Mathematiker Teil des Hedgefonds-Team sind. Das ist ein weiterer Kritikpunkt der Quant-Skeptiker: Soziale und ökonomische Prozesse ließen sich nicht zuverlässig in mathematische oder statistische Modelle gießen, sagen sie. 

Bewährungsprobe 
Drohende Handelsstreitigkeiten, die Zinsschritte der US-Notenbank Fed und die weiter schwelende Euro-Krise haben dazu beigetragen, dass die Volatilität an den Märkten im Februar und März gestiegen ist und nur langsam wieder zurückgeht. Gerade in diesem Umfeld sollten Quant-Fonds sich eigentlich bewähren, schreibt die "NZZ". Das tun sie allerdings nicht.

Nun stehe der gefährlichste Vorwurf im Raum, der im Grunde die Existenzberechtigung von Quant-Fonds infrage stellt: Sie seien nachweisbar unfähig, ihre Aufgabe als Absicherungsvehikel zu erfüllen. (fp)