Für Anleger gibt es derzeit nur eine sinnvolle Möglichkeit, ihr Vermögen vor Italiens Anti-Europa-Politik zu schützen: Sie sollten es in Aktien anlegen, rät Holger Schmitz, Vorstand der Vermögensverwaltung Schmitz & Partner. "Nur wer sich an der realen Wertschöpfung von Unternehmen beteiligt, hat einen verlässlichen Schutz vor einer drohenden staatlichen Zwangsenteignung", sagt der Anlageprofi. Diese rückt seiner Einschätzung nach zur Finanzierung der überbordenden Schuldenlast in Europa immer näher.

Anleger sollten auf Aktien außerhalb der Eurozone setzen. "Interessant sind vor allem Aktieninvestments in der Schweiz und in Norwegen", so Schmitz. Zum einen verfügen diese beiden Länder über starke Volkswirtschaften mit stabilen Währungen. Zum anderen sind sie nicht so stark verschuldet wie etwa die USA oder andere Euro-Länder. "Gerade ein Aktiendepot kann ohne großen Aufwand mit Schweizer und norwegischen Werten diversifiziert werden", sagt der Vermögensverwalter. Solide und liquide Aktien von Unternehmen mit hoher Qualität sollten die Basis einer langfristigen Anlagestrategie bilden. Eine breite Streuung der Titel schütze vor den Risiken, die Aktieninvestments stets mit sich bringen.

Schuldenerlass und Parallelwährung
In Italien entscheidet sich dieser Tage die Zukunft der Eurozone, ist Schmitz überzeugt. Die italienische Regierung fordere einen Schuldenerlass von den anderen Mitgliedsstaaten der Währungsunion – vorerst 250 Milliarden Euro, später womöglich mehr. Ohne diesen Schuldenerlass drohe Italien mit dem Austritt aus dem Euro.

"Dabei ist der italienische Staat der größte Schuldner Europas", betont der Vermögensverwalter. Zugleich drohe die Regierung mit der Einführung einer verkappten Parallelwährung zum Euro. Die von der italienischen Notenbank emittierten Schatzpapiere (Buoni Ordinare del Tesoro, BOT) werden nun schon ab fünf Euro ausgegeben (Mini-BOTs). Die neuen Papiere versprechen weder Zinsen noch haben sie ein Ablaufdatum. Damit würden sie klassischen Geldscheinen ähneln, so Schmitz. (fp)