Italiens Regierung wird der jungen Generation einen Scherbenhaufen hinterlassen, sagt Udo Rieder von der KSW Vermögensverwaltung in Nürnberg. Die wirtschaftliche Lage im Land ist verheerend: Die Staatsverschuldung beträgt über 130 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das Wirtschaftswachstum dümpelt bei einem Prozent vor sich hin. Die Arbeitslosigkeit liegt mit 9,7 Prozent deutlich über dem EU-Schnitt – und die Jugendarbeitslosigkeit ist mit 31 Prozent "schlichtweg eine Katastrophe", so Rieder.

"Teure Wahlgeschenke an Senioren und keinerlei Reformanstrengungen zeigen, dass sich zukünftige Generationen kaum Hoffnung auf eine bessere Zukunft machen dürfen", sagt der Vermögensprofi. Italien hat massive hausgemachte Probleme. Dazu zählen nicht nur die chronisch reformunwillige politische Führung, sondern auch die ausgeprägte Schattenwirtschaft, eine tief verwurzelte Korruption sowie ein marodes Bankensystem.

Verspieltes Vertrauen
Die Märkte haben auf die angespannte Lage bereits reagiert: Die Rendite für zehnjährige italienische Staatsanleihen ist auf deutlich über drei Prozent gestiegen. Zudem haben Anleger im großen Stil Italo-Bonds verkauft. Allein im August summierten sich die Verkäufe auf 18 Milliarden Euro. Das Vertrauen verloren zuletzt auch große Ratingagenturen. Moody’s hat Italiens Bonität auf eine Stufe über Ramschniveau gesenkt. "Am bedenklichsten ist jedoch, dass viele italienische Bürger ihrem Land nicht mehr vertrauen", sagt Rieder. Italiener transferierten zuletzt mehrere Milliarden Euro in sicherere Länder wie die Schweiz. (fp)