Der zunehmende Wettbewerb zwischen den Kreditinstituten erfreut die Kunden: Bei variabel verzinsten Krediten ist die durchschnittliche Banken-Marge zwischen April 2016 und April 2017 von 1,458 auf 1,344 Prozent gesunken. Das ist der tiefste Stand seit Bestehen des Infina-Kredit-Indikators (IKI), der 2013 erstmals berechnet wurde.

Die Erhebung bezieht sich auf variabel verzinste Kredite mit 25 Jahren Laufzeit und einem Volumen von 100.000 Euro. Die durchschnittliche effektive Monatsrate sank im Jahresabstand um 9,34 Euro auf 390,33 Euro. In Prozent ausgedrückt liegt der effektive Zinssatz damit bei 1,43 Prozent (davor 1,62 Prozent).

Infina Kredit Indikator (IKI)
Benchmark für Wohnkredit-Kosten

Bei besonders guten Bonitäten seien variable Wohnkreditzinsen bereits unter einem Prozent p.a. möglich, sagt Peter Hrubec, Prokurist beim österreichischen Kredit-Broker Infina. Tendenziell würden Banken Immobilienkredite forcieren. Grundlage für den IKI sind die Daten von zwölf regionalen und überregionalen Kreditinstituten, aus denen die Höhe der monatlichen Raten abgeleitet wird.

Wende bei Fixzinsen
Während die variablen Zinsen weiter sinken, ist eine Trendumkehr bei den fixverzinsten Krediten zu beobachten. Die zehnjährigen Fixzinsbindungen verteuerten sich im ersten Quartal 2017 zum zweiten Mal in Folge – wenn auch nur minimal. Der effektive Fixzins war im dritten Quartal auf ein historisches Tief von 2,44 Prozent gesunken und ist seitdem geringfügig auf durchschnittlich 2,51 Prozent gestiegen.

"Banken wollen absolute Zinserträge generieren, und mit Fixzinsbindungen lässt sich dies aktuell umsetzen“, sagt Hrubec. Zehnjährige Fixzinsbindungen seien bereits ab 1,35 Prozent per annum erhältlich und zwanzigjährige ab 2,125 Prozent. Außerdem würden sich noch längere Fixzinsbindungen sukzessive durchsetzen. "Seit Mai hat das erste Kreditinstitut einen dreißigjährigen nominellen Fixzins zu 2,99 Prozent p.a. im Angebot", so Hrubec. Das sei das erste Mal, dass eine heimische Bank ein massenfähiges Endverbraucherprodukt mit derart langfristigem Rahmen zur Verfügung stellt.

Hrubec erwartet, dass es in nächster Zeit Spielräume für Sonderaktion bei langjährigen Fixzinsbindungen gibt. "Diese sollten zur Absicherung langfristiger Anlageprojekte genützt werden. Denn die langfristigen Zinsen dürften ihr Tief bereits hinter sich haben", sagt der Experte. (eml)