Im heimischen ATX Prime-Index haben Großanleger das Sagen. Sie verfügen über fast 70 Prozent der Aktien im Streubesitz oder über einen kumulierten Wert von 39,1 Milliarden Euro. Und auch geografisch gibt es eine eindeutige Tendenz: 28,4 Prozent der Anteile im Streubesitz hielten per Ende 2017 Großanleger aus den USA. 2016 lag ihr Anteil noch bei 27,7 Prozent. US-Investoren führen seit fünf Jahren das Ranking an, berichtet die Börse.

Die US-amerikanischen Bestandsaufstockungen basieren hauptsächlich auf Geldern von
passiv verwalteten Investoren wie Blackrock oder Vanguard. Allerdings erhöhten auch einige aktive Vermögensverwalter wie T. Rowe Price, Fidelity oder TIAA Cref ihre Allokation, heißt es.

Briten trauen sich wieder
Am zweitstärksten vertreten sind österreichische institutionelle Investoren mit 20,7 Prozent. Ihr Anteil ist aber von 19,6 Prozent im Jahr davor leicht gesunken. Dafür gaben Großinvestoren aus UK mit 15,2 Prozent (2016: 13,3 Prozent) nach der Überwindung des Brexit-Schocks wieder eine deutliche Zustimmung zum heimischen Aktienmarkt ab. Auch Investoren aus Belgien, Irland, Luxemburg, Neuseeland und Malta hätten ihre Beteiligungen ausgebaut, heißt es.

Größter institutioneller Anleger ist aber kein Handelsteilnehmer aus den USA, sondern Norges Bank Investment Management (NBIM). Der Investmentarm der norwegischen Nationalbank verwaltet den größten Pensionsfonds der Welt, der aus den Öl-Einnahmen des Landes gespeist wird. Der Anteil der Norweger im ATX Prime verringerte sich zwar leicht von 7,1 auf 6,4 Prozent. Dennoch verweisen sie die amerikanischen Vermögensverwalter Vanguard Group und BlackRock Fund Advisors auf die Plätze zwei und drei.

Privatanleger könnten sich mehr engagieren
Österreichische Privatanleger halten 17,1 Prozent der im Streubesitz befindlichen Aktien. Das entspricht einem Wert von 9,6 Milliarden Euro. "Diese Aktienbestände befinden sich in der Hand einiger weniger Österreicher. Heimische Anleger könnten noch zahlreicher von der hervorragenden Entwicklung österreichischer Unternehmen profitieren. Finanz-Bildung ist der Schlüssel um am Vermögensaufbau mit Aktien zu arbeiten", so Börsenchef Christoph Boschan.

Insgesamt gaben die Anleger und Investoren den Growth-Aktien den Vorzug, heißt es. 35,5 Prozent der Anlagen gingen in wachstumsorientierte Ansätze (35,8 Prozent im Jahr zuvor). Auf Value-Strategien entfielen 30,8 Prozent (Vorjahr 32,7 Prozent) der Invesments. Der Anteil passiver Investitionsstrategien erhöhte sich von 16,3 auf den neuen Rekordwert von 16,5 Prozent.

Institutionelle schichten Portfolios häufiger um
Eine sehr deutliche Bewegung gibt es bei der Portfolio Turnover Ratio (Umschlagshäufigkeit). Diese war im Dezember 2017 mit 12,4 Prozent (von 8,9 Prozent ) auf einem historisch relativ hohen Niveau.

Über 1.000 Händler aus zwölf europäischen Finanzzentren seien an das Handelssystem der Wiener Börse angeschlossen. Man habe die Vertriebs-Teams aufgestockt und arbeite daran, die Sichtbarkeit der Wiener Börse als wichtiger Knotenpunkt in der europäischen Börsenlandschaft weiter zu erhöhen, so Börsenchef Boschan.

Die Untersuchung wird seit 2007 durchgeführt. Dafür beauftragt die Börse den Finanzdienstleister Ipreo. (eml)